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18.09.2015

03:46 Uhr

Flüchtlingskrise

Brasilien vergibt Sonder-Visa an Syrer

Bereits vor zwei Jahren hat Brasilien ein Visums-Programm aufgelegt, das syrischen Flüchtlingen die Chance gibt, legal in das südamerikanische Land einzureisen. Nun steht eine Verlängerung an.

Ein Syrer zeigt in Sao Paulo seine brasilianische Aufenthaltsgenehmigung. Er ist vor 16 Monaten dank einer Visa-Sonderregelung in das südamerikanische Land gekommen. dpa

Syrische Flüchtlinge in Brasilien

Ein Syrer zeigt in Sao Paulo seine brasilianische Aufenthaltsgenehmigung. Er ist vor 16 Monaten dank einer Visa-Sonderregelung in das südamerikanische Land gekommen.

Rio de JaneiroAngesichts der Flüchtlingskrise in Europa erwägt Brasilien die Ausstellung Tausender neuer Sonder-Visa für schutzbedürftige Menschen aus Syrien. Am kommenden Montag soll es ein Treffen des Flüchtlingskomitees mit der Staatsregierung, dem UN-Flüchtlingshilfswerk sowie Vertretern der Zivilgesellschaft geben, bei dem über die Verlängerung entschieden wird.

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Das sagte der Präsident des nationalen Flüchtlingskomitees, Beto Vasconcelos, der Deutschen Presse-Agentur in Rio de Janeiro. Ohne Verlängerung würde die Regelung Ende des Monats auslaufen.

„In den letzten zwei Jahren ist durch unser Visa-Programm die Chance für Syrer gestiegen, auf legale Weise einen Zufluchtsort zu finden“, sagte Vasconcelos, der auch nationaler Justiz-Staatssekretär ist. Bisher habe sein Land 2077 syrische Flüchtlinge aufgenommen. Aber auch andere südamerikanische Staaten seien in der Pflicht: „Das ist eine Frage von Solidarität und Humanität“, sagte Vasconcelos.

Als eines der ganz wenigen Länder weltweit vergibt Brasilien in den ausländischen Botschaften seit September 2013 Visa aus humanitären Gründen an Syrer, die Schutz vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat suchen. Sie fliegen dann meist über den Libanon und Dubai für knapp 1500 Euro in das südamerikanische Land.

Staatspräsidentin Dilma Rousseff hatte das Visa-Programm zuletzt als beispielhaft gelobt. Sie fordert, die Frage der Flüchtlingsverteilung müsse auch bei der anstehenden UN-Generalversammlung breiten Raum finden.

Von

dpa

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