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04.12.2015

19:05 Uhr

Flüchtlingskrise in Südostasien

Die hilflosen Zufluchtsländer

Nach der Flüchtlingskrise im Frühjahr will Südostasien sich wappnen, doch sind die Länder am Indischen Ozean ratlos. Die Leute sollen möglichst davon abgehalten werden, ihre Länder zu verlassen – doch Lösungen fehlen.

Nach Malaysia geflohene Mitglieder der in Myanmar verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya. dpa

Flüchtlinge in Asien

Nach Malaysia geflohene Mitglieder der in Myanmar verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya.

BangkokMit Aufklärung wollen die Länder Südostasiens eine neue Flüchtlingskrise im Indischen Ozean wie im Frühsommer künftig abwenden. „Die Flüchtlinge müssen besser darüber informiert werden (was sie erwartet), damit sie gar nicht erst flüchten“, sagte der Staatssekretär im thailändischen Außenministerium, Apichart Chinwanno, nach einer eintägigen Flüchtlingskonferenz mit Vertretern von Nachbarstaaten in Bangkok. Die Teilnehmer unter anderem aus Malaysia, Indonesien und Myanmar machten keine konkreten Vorschläge zur Verbesserung der Situation der Flüchtenden.

In den vergangenen Jahren sind Zehntausende Angehörige der in Myanmar verfolgten muslimischen Minderheit der Rohingya über den Indischen Ozean vor allem nach Thailand und Malaysia geflüchtet. Schlepper operierten praktisch unbehelligt.

Nachdem Thailand im Frühjahr verscharrte Leichen fand und durchgriff, setzten die Schlepper tausende Flüchtlinge im Indischen Ozean teils wochenlang auf völlig überfüllten Fischerbooten aus. So kam die Krise ans Licht. Rund 5000 kamen schließlich in Malaysia und Indonesien an Land.

Apichart meinte, 70 bis 80 Prozent der Menschen seien Wirtschaftsflüchtlinge. Dem widersprachen aber Hilfsorganisationen. Die Rohingya werden von Landsleuten, aber auch von der Regierung diskriminiert. Sie betrachtet sie als Immigranten aus dem Nachbarland Bangladesch und verweigert ihnen die Staatsangehörigkeit. Zehntausende wurden 2012 nach blutigen Unruhen in Internierungslager gesteckt.

Von

dpa

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