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14.06.2017

02:39 Uhr

Flüchtlingslager Hassan Scham

Toter bei massenhafter Lebensmittelvergiftung

Mehr als 700 Menschen sind im irakischen Lager Hassan Scham an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt. Eine Person ist tot, 300 befinden sich im kritischen Zustand. Das Essen war für das Fastenbrechen gestellt worden.

Das betroffene Flüchtlingslager liegt nahe der Stadt Mossul. dpa

Mossul

Das betroffene Flüchtlingslager liegt nahe der Stadt Mossul.

Flüchtlingslager Hassan SchamMehr als 700 Menschen sind in einem Flüchtlingslager nahe Mossul an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt. Hunderte mussten am Dienstag in Krankenhäuser gebracht werden, der Gesundheitszustand von mindestens 300 Menschen war kritisch.

Zu Beginn war von zwei Toten die Rede, das irakische Gesundheitsministerium erklärte später jedoch, dass die Menschen nicht an einer Lebensmittelvergiftung gestorben seien. Das Essen war von einer Nichtregierungsorganisation für das muslimische Fastenbrechen während des Ramadan zur Verfügung gestellt worden.

Der Provinzgouverneur sprach von einem Todesfall. Auch das UN-Flüchtlingswerk berichtete zunächst von einem Toten, der an einer Lebensmittelvergiftung gestorben sei, nahm den Bericht später jedoch wieder zurück. Die unterschiedlichen Angaben konnten zunächst nicht genau bestätigt werden. Zudem war es nach Angaben des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen unklar, wann und wie das Essen verschmutzt wurde.

Raad al-Dahlaki, Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses zu Einwanderung und Vertreibung, sagte, 850 Personen seien erkrankt. Die Mahlzeit habe Reis, eine Bohnensoße, Fleisch, Joghurt und Wasser enthalten. Das Essen sei von einer unter der Abkürzung RAF bekannten katarischen Wohltätigkeitsorganisation ausgegeben worden. Die Abkürzung steht für die Thani-Bin-Abdullah-Al-Thani-Stiftung für Humanitäre Dienste.

Katar befindet sich in einem Konflikt mit Saudi-Arabien und mehreren anderen Staaten der Region, die ihre diplomatischen Beziehungen zu dem Goldstaat abgebrochen haben.

Ein staatlicher saudischer Fernsehsender warf auf Twitter RAF vor, das verdorbene Essen zur Verfügung gestellt zu haben. Die Organisation und Vertreter Katars beantwortete Anfragen dazu zunächst nicht.

Von

ap

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