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12.07.2016

11:44 Uhr

Flüchtlingspakt mit der Türkei

EU nahm erst 798 Syrer auf

Rund 18.000 Flüchtlinge wollte die EU der Türkei im Rahmen des Flüchtlingspakts abnehmen – bisher allerdings haben es davon kaum 800 nach Europa geschafft. Ein großer Teil davon lebt in Deutschland.

Die Aufnahme von Syrern durch die EU ist ein Kernbestandteil des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei. dpa

Flüchtlinge in der Türkei

Die Aufnahme von Syrern durch die EU ist ein Kernbestandteil des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei.

DüsseldorfDrei Monate nach dem Start des EU-Türkei-Abkommens hat die Europäische Union einem Pressebericht zufolge erst 798 von ursprünglich bis zu 18.000 erwarteten Flüchtlingen aus der Türkei aufgenommen. Das schrieb die Zeitung „Rheinische Post“ am Dienstag unter Berufung auf nicht näher genannte Regierungskreise. 294 der aufgenommenen Flüchtlinge kamen demnach nach Deutschland.

Die Aufnahme von Syrern aus der Türkei ist ein Kernbestandteil des Flüchtlingsabkommens, das EU und Türkei im März schlossen. Ankara sicherte zu, alle neu auf den griechischen Mittelmeerinseln ankommenden Flüchtlinge zurückzunehmen. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, für jeden so abgeschobenen Syrer einen anderen syrischen Flüchtling auf legalem Weg aufzunehmen.

Die EU hatte dafür zunächst 18.000 Plätze aus einer früheren EU-internen Übereinkunft zur Flüchtlingsumverteilung vorgesehen. Diese stehen bis Mitte 2017 zur Verfügung.

Flüchtlingspolitik: Der EU-Türkei-Aktionsplan

Vereinbarungen für weniger Flüchtlinge

Die Türkei soll der EU dabei helfen, dass weniger Flüchtlinge nach Westeuropa kommen. Das Land ist nämlich für viele Migranten ein wichtiges Transitland. Bereits im November wurden dafür die folgenden Punkte vereinbart.

Grenzschutz

Um die illegale Einreise von Flüchtlingen in die EU zu stoppen, soll die Türkei ihre Seegrenzen zu Griechenland besser sichern. Zudem soll das Land stärker gegen Schleuser vorgehen, die die Flüchtlinge über die Ägäis bringen.

Leben in der Türkei

Die Lebensbedingungen der Flüchtlinge in der Türkei sollen verbessert werden, damit diese gar nicht erst nach Europa weiterreisen. Dabei geht es etwa um eine bessere Gesundheitsversorgung und Bildungschancen für Kinder. In einem ersten Schritt hat die Türkei bereits ein Arbeitsverbot für Flüchtlinge gekippt. Nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) leben in der Türkei mittlerweile allein 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge.

Geld

Für die Versorgung der Flüchtlinge haben die EU-Staaten der Türkei drei Milliarden Euro zugesagt.

Politische Zugeständnisse

Die EU hat der Türkei zugesagt, die Verhandlungen über Visa-Erleichterungen und einen möglichen EU-Beitritt zu beschleunigen. (Quelle: dpa)

Von

afp

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