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25.08.2015

07:24 Uhr

Flüchtlingspolitik in Grossbritannien

Regierung plant harte Strafen für illegale Einwanderer

Die britische Regierung will die illegale Einwanderung bekämpfen. Wer erwischt wird, dem droht sogar eine Gefängnisstrafe. Auch Arbeitgeber müssten harte Konsequenzen fürchten, sollten sie Illegale beschäftigen.

Viele Flüchtlinge wollen nach Großbritannien. Wenn es nach der britischen Regierung geht, müssen sie allerdings härtere Strafen fürchten, sollten sie illegal ins Land reisen. dpa

Flüchtling mit britischer Fahne

Viele Flüchtlinge wollen nach Großbritannien. Wenn es nach der britischen Regierung geht, müssen sie allerdings härtere Strafen fürchten, sollten sie illegal ins Land reisen.

LondonMit harten Strafen will die britische Regierung illegale Einwanderer und deren Anstellung durch heimische Unternehmer bekämpfen. In einem Gesetzentwurf für England und Wales seien bis zu sechs Monate Gefängnis für Einwanderer vorgesehen, die dort illegal arbeiten, teilte das britische Einwanderungsministerium am Dienstag in London mit.

Einwanderungsminister James Brokenshire drohte in der Erklärung, „wenn Sie hier illegal sind, werden wir Maßnahmen ergreifen, um sie am Arbeiten, am Mieten einer Wohnung, Eröffnen eines Bankkontos oder Autofahren zu hindern“.

Auch die Löhne von illegalen Einwanderern sollen beschlagnahmt werden können. Pubs, Lieferdiensten und Inhabern einer Lizenz für den Verkauf von Alkohol drohen dem Gesetzesentwurf zufolge Geldstrafen, der Entzug ihrer Lizenz oder die Schließung ihres Geschäfts, wenn sie illegale Einwanderer beschäftigen.

Was treibt Flüchtlinge nach Europa?

Syrien

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.

Eritrea

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.

Afghanistan

Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.

Mali

Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.

Nigeria

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.

Wenn sie weiterhin gegen die Vorgaben verstoßen, sollen sie auch strafrechtlich verfolgt werden. In diesen Fällen sollen Strafen von bis zu fünf Jahren Haft möglich sein.

Die konservative Regierung von Premierminister David Cameron bemüht sich angesichts des erhöhten Flüchtlingsandrangs in Europa die Einwanderung zu beschränken. Sein Versprechen, in seiner ersten Amtszeit die Einwanderung zurückzufahren, hatte Cameron nicht eingehalten.

Die neue Einwanderungsstatistik, die am Donnerstag veröffentlicht wird, dürfte ihn weiter unter Druck setzen.

Balkan-Route

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Von

afp

Kommentare (11)

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Dirk Meyer

25.08.2015, 08:12 Uhr

Wann folgt Deutschland? Die müsste auch für die über 600.000 abgelehnten Asylbewerber gelten, die sich nunmehr illegal hier aufhalten.

Herr wulff baer

25.08.2015, 09:17 Uhr

Ich glaube, ich meiner Tochter nach England folgen, wo es noch Politiker gibt, die im nationalen Interesse ihrer Bürger handeln, nicht wie in Deutschland wo unser Wohlstand von einer Horde verantwortungsloser, deutschfeindlicher Volksschädlinge zur Disposition gestellt wird.

Herr wulff baer

25.08.2015, 09:20 Uhr

Nur 600 000?
Wir werden bald über 1 Million illegaler Eindringlinge alimentieren, die ihre Pässe weggeworfen haben und uns Steuerzahler nach seriösen Berechnungen mehr als 12 Milliarden € pro Jahr kosten.

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