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07.09.2015

19:28 Uhr

Flüchtlingspolitik

„Niemand kann verlangen, dass Ungarn sich ändert“

Viktor Orban steht für seinen harten Kurs in der Flüchtlingskrise massiv in der Kritik. Aber der ungarische Ministerpräsident lässt nicht locker: Er weist jegliche Verantwortung von sich – und wettert wieder gegen Muslime.

Der ungarische Ministerpräsident sei gegen eine Änderung der kulturellen und ethnischen Zusammensetzung der Bewohner Ungarns aufgrund äußerer Einwirkungen. Reuters

Viktor Orban

Der ungarische Ministerpräsident sei gegen eine Änderung der kulturellen und ethnischen Zusammensetzung der Bewohner Ungarns aufgrund äußerer Einwirkungen.

BudapestUngarns Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut deutlich gemacht, dass er gegen die Einwanderung von Muslimen ist. „Niemand kann verlangen, dass Ungarn sich ändert“, sagte Orban am Montag in Budapest in einer Rede bei der Jahresversammlung ungarischer Diplomaten. Er sei gegen eine Änderung der kulturellen und ethnischen Zusammensetzung der Bewohner Ungarns aufgrund äußerer Einwirkungen.

Ungarn vertrete keinen „anti-islamischen“ Standpunkt und wünsche nicht, dass das Einwanderungsproblem die Beziehungen zu Staaten islamischer Kultur beeinträchtige, sagte Orban. Die derzeit im Land lebende muslimische Gemeinschaft werde geschätzt. „Jawohl, wir freuen uns darüber, dass es an unseren Boulevards Kebab-Buden gibt“, fügte der Regierungschef hinzu.

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Am Wochenende hatte sich die Lage für die Flüchtlinge in Ungarn zugespitzt. Am Budapester Ostbahnhof hatten Tausende Migranten tagelang kampiert, viele hatten sich zu Fuß in Richtung österreichische Grenze aufgemacht. Daraufhin hatten Kanzlerin Merkel und ihr österreichischer Kollege Werner Faymann am Freitagabend in Absprache mit der ungarischen Regierung eine Ausnahmeregelung vereinbart. Demnach durften die Flüchtlinge ohne bürokratische Hürden und Kontrollen einreisen.

Am Montagmorgen wurden in Ungarn fast 1.000 neue Flüchtlinge aufgegriffen, wie die Polizei nach Angaben der staatlichen ungarischen Nachrichtenagentur MTI erklärte. Am Sonntag kamen 2.203 weitere Menschen aus Serbien – mehr als doppelt so viele wie am Vortag. Der Spitzen-Tageswert lag eine Woche zuvor bei gut 3.300.

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