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11.01.2016

17:59 Uhr

Flüchtlingspolitik

Türkei plant Arbeitserlaubnis für syrische Flüchtlinge

Syrische Flüchtlinge sollen künftig legal in der Türkei arbeiten dürfen. Das Land plane Arbeitsgenehmigungen, um den Abwanderungsdruck Richtung Europa zu vermindern, sagt der türkische EU-Minister Volkan Bozkir.

Syrischen Flüchtlingen in der Türkei soll es künftig erlaubt sein, zu arbeiten. Die Politik erhofft sich dadurch, dass weniger Flüchtlinge nach Europa weiterreisen. dpa

Flüchtlinge in der Türkei

Syrischen Flüchtlingen in der Türkei soll es künftig erlaubt sein, zu arbeiten. Die Politik erhofft sich dadurch, dass weniger Flüchtlinge nach Europa weiterreisen.

IstanbulDie Türkei will den syrischen Flüchtlingen im Land künftig Arbeitsgenehmigungen erteilen. Damit solle der Abwanderungsdruck Richtung Europa vermindert werden, sagte EU-Minister Volkan Bozkir laut Medienberichten am Montag nach einem Gespräch mit dem stellvertretenden EU-Kommissionspräsidenten Frans Timmermans in Ankara.

Bisher dürfen die rund 2,2 Millionen Syrer in der Türkei offiziell nicht arbeiten. Dies treibt viele dazu, die Weiterreise aus der Türkei ins EU-Land Griechenland zu wagen

Was treibt Flüchtlinge nach Europa?

Syrien

Die Syrer stellen die größte Gruppe; 2014 kamen nach Angaben der Grenzschutzagentur Frontex 66 700. Millionen Syrer sind auf der Flucht vor einem extrem brutal ausgetragenen Religions- und Bürgerkrieg; viele sind Flüchtlinge im eigenen Land oder gingen in die Türkei und den Libanon.

Eritrea

Das Land am Horn von Afrika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Präsident Isaias Afwerki regiert seit 1993 mit eiserner Faust. Oppositionelle werden ermordet oder inhaftiert. Viele junge Menschen fliehen vor dem Militärdienst. Laut Frontex nahmen 2014 rund 34 300 Menschen aus Eritrea das Risiko einer Überfahrt auf sich.

Afghanistan

Nach vielen Jahren Bürgerkriegs liegen Infrastruktur und Wirtschaft des Vielvölkerstaats am Boden. Industrie gibt es kaum. Dafür floriert der Drogenhandel und die Taliban sind unbesiegt. Viele Afghanen sehen daher keine Zukunft in ihrer Heimat.

Mali

Die 16 Millionen Einwohner des armen Wüstenstaates kämpfen um das tägliche Überleben. Nach einem Militärputsch hatten Islamisten 2012 den Norden erobert und waren erst von einer internationalen Truppe zurückgeworfen worden. Die Sicherheitslage bleibt prekär und die Korruption hemmt die Entwicklung.

Nigeria

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram hat in Teilen des Nordostens einen Gottesstaat ausgerufen. Ihre Angriffe kosteten Tausende das Leben. 1,5 Millionen Menschen flohen vor der Miliz in andere Landesteile oder ins Ausland. Mehr als die Hälfte der Einwohner des potenziell reichen Landes lebt in extremer Armut.

Die EU und die Türkei hatten im November eine Vereinbarung getroffen, unter der die Türkei mehr zur Eindämmung des Flüchtlingsandrangs nach Europa tun soll. Im Gegenzug kann Ankara mit einer Finanzhilfe von drei Milliarden Euro, beschleunigten EU-Beitrittsgesprächen und Reiseerleichterungen für Türken in der EU rechnen.

Timmermans hatte vergangene Woche allerdings kritisiert, die Zahl der Flüchtlinge, die über die Türkei in die EU kommen, sei noch nicht im gewünschten Maße gesunken.

Von

afp

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