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03.09.2015

15:05 Uhr

Flüchtlingspolitik

Ungarn macht dicht

VonHans-Peter Siebenhaar, Dieter Fockenbrock

Die ungarische Regierung stellt den Eisenbahnverkehr in den Westen Europas ein – ohne die Nachbarländer und ihre Bahngesellschaften vorab darüber zu informieren. Das Planungs-Chaos wächst dadurch.

Ungarn betreibt mit fahrenden oder nicht fahrenden Zügen Flüchtlingspolitik. Reuters

Keleti Bahnhof in Budapest

Ungarn betreibt mit fahrenden oder nicht fahrenden Zügen Flüchtlingspolitik.

Wien/DüsseldorfUngarn macht mit seiner Bahn Politik. Am Donnerstag wies die ungarische Regierung die Bahngesellschaft an, alle Verbindungen in Richtung Westen zu unterbrechen. Ausländische Züge dürfen nicht mehr nach Budapest fahren. Die Deutsche Bahn konnte das nicht bestätigen, wies aber auf Anfrage darauf hin, dass die Verbindungen von und nach Ungarn in den vergangenen Tagen massiv gestört waren. Genauere Informationen lägen aber nicht vor.

Von den sich ständig ändernden Entscheidungen Budapests ist vor allem die Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) betroffen. Aber auch die erhält nach Angaben von Insidern nur unzulängliche und kurzfristige Informationen, wann und ob überhaupt Züge von Ungarn nach Österreich fahren. Die mangelnden Informationen führten auch dazu, dass in den vergangenen Tagen am Westbahnhof der österreichischen Hauptstadt viele Helfer vergeblich auf Flüchtlinge aus Budapest warteten. Teilweise fahren die Züge überraschenderweise von Wien nach Budapest wieder normal.

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Am Donnerstag teilte die ÖBB mit, dass die Ungarische Staatsbahn keine Railjets und Eurocity-Züge mehr zwischen Budapest und der Grenzstadt Hegyeshalom fahren lässt. „Wir raten unseren Fahrgästen daher derzeit von Reisen nach Ungarn ab“, teilte die ÖBB mit. Zuggäste können ihre Tickets in allen österreichischen Bahnhöfen zurückerstatten lassen.

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