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30.11.2015

22:22 Uhr

Flüchtlingsstrom

Assad geht von Unterwanderung durch Terroristen aus

Politisch motivierte Angstmachereich oder legitime Warnung an den Westen? Syriens Staatschef Baschar al-Assad sagt in einem Interview, dass sich unter den Hunderttausenden syrischen Flüchtlinge auch Terroristen befinden.

Bashar al-Assad: Der Mann, vor dem viele Syrier flüchten, hat in einem Interview behauptet, dass sich unter den Hilfesuchenden auch Terroristen befinden. Reuters

Bashar al-Assad

Bashar al-Assad: Der Mann, vor dem viele Syrier flüchten, hat in einem Interview behauptet, dass sich unter den Hilfesuchenden auch Terroristen befinden.

PragUnter den Hunderttausenden syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen befinden sich nach den Worten von Staatschef Baschar al-Assad auch Terroristen. Zwar handele es sich bei der Mehrheit um „gute Syrer“ und Patrioten, sagte Assad in einem am Montag teilweise veröffentlichten Interview des tschechischen Fernsehens. „Aber natürlich gibt es eine Unterwanderung durch Terroristen. Das stimmt.“ Das Interview wurde dem Sender zufolge in Damaskus geführt und soll am Dienstag in voller Länge ausgestrahlt werden.

Erfolge, Niederlagen und Terror des IS seit Ausrufung des „Kalifats“

IS

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ging aus einem Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida im Irak hervor. Ein Rückblick:

29. Juni 2014

Die sunnitischen Dschihadisten rufen in den von ihnen eroberten Gebieten in Syrien und im Irak ein „Kalifat“ aus. Erster „Kalif“ des neuen Gottesstaates sei Anführer Abu Bakr al-Bagdadi.

August 2014

8. August: Die USA fliegen erste Angriffe im Nordirak.

August: Die Enthauptung eines US-Journalisten schockt die Welt. In den folgenden Monaten verbreitet der IS im Internet weitere Videos mit der Ermordung zweier US-Bürger und zweier Briten.

19. September und Dezember 2014

19. September: Frankreich startet mit Hilfe arabischer Partnerländer erstmals Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien.

Dezember: Kurdische Soldaten beenden mit Hilfe internationaler Luftangriffe die Belagerung des Sindschar-Gebirges nahe der IS-Hochburg Mossul. Im August waren Zehntausende Angehörige der jesidischen Volksgruppe vor den Dschihadisten in die Berge geflohen.

Januar und Februar 2015

Januar 2015: Nach monatelangen Kämpfen vertreiben kurdische Kämpfer den IS aus der nordsyrischen Stadt Kobane an der türkischen Grenze.

Februar: Ein Video zeigt, wie ein gefangener jordanischer Pilot bei lebendigem Leib verbrannt wird. Zuvor hatte die Terrormiliz bereits die Tötung zweier japanischer Geiseln zur Schau gestellt.

März und April 2015

März: Irakische Kräfte erobern die strategisch wichtige Stadt Tikrit zurück, die die Extremisten im Juni 2014 besetzt hatten.

April: IS-Kämpfer dringen in Ramadi 100 Kilometer westlich von Bagdad ein. Tausende Iraker fliehen vor dem Terror Richtung Bagdad, dürfen die Hauptstadt aber nicht betreten.

Mai und Juli 2015

Mai: Die Terrormiliz bringt Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle. Kurden erobern IS-Gebiete in Nordsyrien.

Juni: Der IS verbreitet ein schockierendes Video über neue Hinrichtungsmethoden.

24. Juli und 6. August 2015

24. Juli: Nach einem dem IS zugeschriebenen Anschlag im türkischen Suruc fliegen türkische Kampfjets erstmals Angriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Zudem öffnet Ankara wenig später den südtürkischen Nato-Stützpunkt Incirlik für US-Luftschläge gegen den IS.

6. August: Einer US-Bilanz zufolge hat das internationale Anti-Teror-Bündnis in einem Jahr mehr als 5900 Luftschläge gegen den IS im Irak und in Syrien geflogen. Außerdem sollen 10 000 IS-Kämpfer bei Angriffen getötet worden sein.

18. und 23. August 2015

18. August: Der IS enthauptet den früheren Chef-Archäologen der irakischen Oasenstadt Palmyra. Nach US-Angaben stirbt die Nummer zwei der Terrormiliz, Hadschi Mutas, bei einem Luftangriff im Irak.

23. August: Der IS sprengt den rund 2000 Jahre alten Tempel Baal Schamin in Palmyra. Einige Tage später zerstören die Extremisten auch den Baaltempel.

September 2015

Eine weitere Koalition bildet sich.  Russland bestätigt erstmals die Präsenz von Militärexperten in Syrien. Vorher waren Bilder russischer Soldaten in Syrien in den sozialen Netzwerken aufgetaucht. Russland und Iran unterstützen Syrien im Kampf gegen den IS, aber auch gegen andere Oppositionsgruppen.

November 2015

Nach den Anschlägen von Paris vom 13. November mit mindestens 129 Toten fliegt die französische Luftwaffe verstärkt Angriffe auf die Stadt Al-Raqqa, das inoffizielle Zentrum des vom IS kontrollierten Gebiet im Irak und Syrien. Frankreich fliegt bereits seit September 2014 Luftangriffe auf IS-Stellungen.

In diesem Jahr sind Hunderttausende Syrer nach Europa gekommen, viele von ihnen ohne Papiere. Deswegen gibt es in zahlreichen Staaten die Befürchtung, dass sich Attentäter unter die Migranten mischen könnten.

Ermittlungen zufolge könnten mindestens zwei der Pariser Attentäter die Balkanroute über Griechenland nach Westeuropa genutzt haben. Ihre Fingerabdrücke wurden dort registriert. Die meisten syrischen Flüchtlinge erreichen Griechenland über die Türkei und reisen dann über Länder wie Mazedonien oder Serbien weiter Richtung West- und Nordeuropa.

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Europa, USA, Russland, Iran, Saudi-Arabien, Türkei – sie alle kämpfen gegen den IS und suchen eine Lösung für den Syrien-Konflikt. Allein: Beim „Wie“ scheiden sich die Geister. Davon profitiert der IS. Ein Überblick.

Von

rtr

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