Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.07.2014

14:02 Uhr

Flüchtlingsstrom

Australien weist Flüchtlinge auf hoher See ab

Australien greift Flüchtlinge auf hoher See auf, verweigert ihnen Asyl und übergibt sie an die Marine ihrer Heimat Sri Lanka. Menschenrechtler sind empört. Die Leute hätten ein Recht darauf, Asyl zu beantragen.

Ein Boot der Navy Sri Lankas patroulliert, nachdem 41 Flüchtlinge auf dem Weg nach Australien wieder umkehren mussten. AFP

Ein Boot der Navy Sri Lankas patroulliert, nachdem 41 Flüchtlinge auf dem Weg nach Australien wieder umkehren mussten.

SydneyAustraliens Regierung hat fast vier Dutzend Flüchtlinge aus Sri Lanka auf hoher See abgefangen und umgehend nach Hause geschickt. Menschenschmuggler hätten die Bootsinsassen illegal nach Australien bringen wollen, teilte Einwanderungsminister Scott Morrison am Montag mit. Menschenrechtsorganisationen reagierten empört.

Nach Angaben Morrisons wurde das Boot Ende Juni nahe der zu Australien gehörenden Cocos-Inseln auf halbem Weg zwischen Sri Lanka und Australien aufgebracht. Die Leute seien an Bord eines Schiffs der australischen Grenzschützer durch eine Befragung per Videolink überprüft worden, so Morrison. Nur einem Mann habe danach Schutz vor Verfolgung zugestanden, aber er habe sich freiwillig entschlossen, mit den anderen nach Hause zurückzukehren. Die Leute seien am Sonntag bei ruhiger See auf ein Schiff der Marine Sri Lankas gebracht worden.

Australiens konservative Regierung hatte bei Amtsantritt im September versprochen, den Flüchtlingsstrom zu stoppen. Tausende Menschen sind jedes Jahr mit teils kaum seetüchtigen Booten Richtung Australien unterwegs. Die Regierung hält das für illegal, aber Menschenrechtler sagen, die Leute hätten ein Recht darauf, Asyl zu beantragen. Der Minister habe womöglich Leute an die Regierung Sri Lankas ausgeliefert, die mit Verfolgung rechnen müssten, meinte Ian Rintoul von der Organisation „Refugee Action Coalition“.

Flüchtlinge in Australien: Geld statt Asyl

Flüchtlinge in Australien

Geld statt Asyl

Australien bietet Asylsuchenden Geld für die Rückkehr in ihre Heimat. Durchaus üblich, sagt der Innenminister. Doch die Flüchtlinge bekommen nicht alle den gleichen Betrag angeboten – und offenbar viel mehr als früher.

Über ein zweites Boot mit 153 Flüchtlingen an Bord äußerte sich Morrison nicht. Australische Journalisten hatten vor gut einer Woche Notrufe erhalten. Die Anrufer sagten, sie seien auf einem Boot mit 153 Tamilen in australischen Gewässern und in Seenot.

Von

dpa

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Markus Bullowski

07.07.2014, 15:25 Uhr

Ich würde mir wünschen, dass auch Europa seine Grenzen besser schützt.

Herr Woldemar von Stechlin

07.07.2014, 16:13 Uhr

Die Australier machen es richtig!

Frau Margrit Steer

07.07.2014, 16:36 Uhr

Beiden Kommentaren kann ich zustimmen
Denn wahre Asylanen sind alle nicht

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×