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21.02.2016

18:36 Uhr

Flüchtlingsstrom

Mazedonien schließt Grenzen für Afghanen

Mazedonien lässt nun nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak über die Grenze. Hunderte Afghanen drohen nun, im Niemandsland zwischen dem Balkanstaat und Griechenland zu stranden. Kritik kommt aus Athen.

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit langem angespannt. AP

Migranten auf dem Weg zur Grenze

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit langem angespannt.

IdomeniDer Balkanstaat Mazedonien hat seine Grenze zu Griechenland für afghanische Flüchtlinge geschlossen. Die griechischen Behörden seien am Sonntag informiert worden, dass Afghanen nicht mehr durchgelassen würden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus griechischen Polizeikreisen. Als Begründung wurde demnach angegeben, dass auch Serbien seine Grenze zu Mazedonien für Menschen aus Afghanistan geschlossen habe.

Griechenlands nördlicher Nachbar Mazedonien lässt nun nur noch Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak über die Grenze, wie ein griechischer Polizeivertreter sagte. Am Grenzübergang Idomeni warteten am Sonntag knapp 4000 Menschen auf die Weiterreise nach Mazedonien, darunter knapp 300 Afghanen.

Die griechische Regierung wurde von Mazedonien nicht offiziell über den Schritt informiert, wie aus Regierungskreisen in Athen verlautete. Griechenland verurteile alle „einseitigen Maßnahmen“ in der Flüchtlingskrise. Bis die Situation „geklärt“ sei, würden afghanische Flüchtlinge vorerst nicht mehr von den griechischen Inseln aufs Festland gebracht, sagte der Regierungsvertreter. So will Athen verhindern, dass die Afghanen im Niemandsland zwischen Griechenland und Mazedonien stranden.

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Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist seit langem angespannt. Mitte November hatten die mazedonischen Behörden entschieden, nur noch Syrer, Iraker und Afghanen durchzulassen. Seit Ende Januar dürfen nur noch Flüchtlinge die Grenze überqueren, die in Deutschland oder Österreich einen Asylantrag stellen wollen. Mazedonien hat zudem mit dem Bau eines zweiten Stacheldrahtzauns an der Grenze zu Griechenland begonnen, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Griechenland steht in der EU seit Monaten unter Druck, weil über das Land hunderttausende Flüchtlinge ungehindert die Balkan-Route Richtung Norden nehmen konnten. Die vier Visegrad-Staaten Tschechien, Ungarn, Polen und die Slowakei verlangen nun eine Senkung der Flüchtlingszahlen bis Mitte März, sonst wollen sie die Grenze zwischen Mazedonien und Griechenland abriegeln.

Von

afp

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