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14.03.2011

22:35 Uhr

Flugverbot für Lybien

Obama und Rasmussen sprechen über Optionen

Die Truppen des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi bombardieren weiterhin aufständische Truppen. Obama und Rasmussen sprechen über Libyen-Optionen.

Staatspräsident Gaddafi will mit seinen gut ausgerüsteten Milizen den Aufstand niederschlagen. Quelle: Reuters

Staatspräsident Gaddafi will mit seinen gut ausgerüsteten Milizen den Aufstand niederschlagen.

Adschabija/Paris/WashingtonUS-Präsident Barack Obama and der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen haben über mögliche Maßnahmen zur Verstärkung des Drucks auf den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi gesprochen.

„Wir beide teilen die Ansicht, dass Herr Gaddafi die Legitimität (zum Regieren) verloren hat und dass er gehen muss“, sagte Obama am Montag nach dem Treffen im Weißen Haus. Es sei sehr wichtig, „eine Vielfalt von Optionen zu prüfen, mit der die Schlinge um Gaddafi fester gezogen wird“. Auch Rasmussen sagte, Gaddafi sollte der Geschichte angehören. „Es ist wichtig, dass die internationale Gemeinschaft alle Möglichkeiten prüft, das libysche Volk zu schützen.“

Angesichts der anhaltenden Luftangriffe auf die Gegner von Muammar Gaddafi hat Frankreich seine Bemühungen um Flugverbotszone über Libyen verschärft. Flugzeuge bombardierten Adschdabija im Osten des nordafrikanischen Landes, die größte Stadt zwischen der Front und der Rebellenhochburg Benghasi. Dem Staatsfernsehen zufolge bot die Armee abtrünnigen Soldaten, die ihre Waffen niederlegten, einen Straferlass an. Die strategisch wichtige Öl-Stadt Brega blieb umkämpft.

Die Rebellen beharrten auf einem Eingriff von Außen. "Jeder hier ist verblüfft, auf wie viele Opfer die internationale Gemeinschaft noch wartet, bevor sie hilft", sagte ein Sprecher einer Koalition von Aufständischen aus Benghasi der Nachrichtenagentur Reuters. Die Rebellen sind auf Pick-Up-Trucks mit aufmontierten schweren Maschinengewehren angewiesen.

Die Gaddafi-treuen Truppen drängen dagegen mit Panzern und Flugzeugen in den Osten - in den vergangenen sieben Tage rund 160 Kilometer. Ohne eine Flugverbotszone rechnen sich die Aufständischen kaum noch Chancen gegen die anrückenden Soldaten aus. Im staatlichen Fernsehen hieß es: "Wir sind uns des Sieges sicher, egal wie hoch der Preis ist".

Frankreich verlangt Flugverbotszone

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) sollte sich im Laufe des Tages einem Diplomaten zufolge mit dem Vorschlag einer Flugverbotszone über Libyen befassen. Frankreich verlangte "so schnell wie möglich" eine solche Zone, mit der die Bevölkerung vor Luftangriffen geschützt werden soll.

In Paris sollten am Montag und Dienstag die Außenminister der G8-Staaten zusammenkommen, zu denen auch Deutschland zählt. Die Minister würden versuchen, sich auf ein gemeinsames Vorgehen in Libyen zu verständigen, sagte ein Sprecher des französischen Außenministeriums.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich in Berlin skeptisch zur Flugverbotszone und forderte schärfere Sanktionen gegen Gaddafi. Deutschland dürfe nicht dauerhaft in einen Krieg im Norden Afrikas hineingezogen werden, sagte Westerwelle.

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