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29.03.2016

13:33 Uhr

Flugzeugentführung in Ägypten

Lasche Sicherheitskontrollen in Ägypten

Die Angestellten an ägyptischen Flughäfen drücken bei Kontrollen oft ein Auge zu – diesen Vorwurf erhoben Reisende bereits nach einem Anschlag im Oktober. Damals stürzte ein Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel ab.

Ein Kameramann auf dem Flughafen von Larnaca, Zypern. Ein Mann hat am Dienstagmorgen ein ägyptisches Flugzeug entführt und in Zypern landen lassen. dpa

Entführte Passagiermaschine in Zypern

Ein Kameramann auf dem Flughafen von Larnaca, Zypern. Ein Mann hat am Dienstagmorgen ein ägyptisches Flugzeug entführt und in Zypern landen lassen.

KairoNach einer Flugzeugentführung in Ägypten rücken wieder die mangelhaften Sicherheitskontrollen an ägyptischen Flughäfen in den Fokus. Ein Mann hat am Dienstagmorgen eine ägyptische Passagiermaschine mit Dutzenden Menschen an Bord nach Zypern entführt.

Ägypten steht bereits seit Monaten wegen mangelnder Sicherheit im Luftverkehr in der Kritik. Auslöser war vor allem der Bombenanschlag auf einen russischen Ferienflieger im Oktober vergangenen Jahres. Die Maschine stürzte über der Sinai-Halbinsel ab, alle 224 Insassen starben. Zu dem Terrorakt hatte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Experten sprachen davon, es sei in Ägypten ohne Weiteres möglich, unerlaubte Gegenstände an Bord zu schmuggeln. Passagiere und ehemalige Ägypten-Urlauber berichteten von mangelhaften Sicherheitskontrollen: Trotz eines piependen Metalldetektors würde nicht jeder Fluggast abgetastet. Augenzeugen erzählten, wie Passagiere sich um Kontrollen am Gate gedrückt hätten. Auch könnten geöffnete Getränkeflaschen oder Glasbehälter ohne Probleme im Handgepäck an Bord genommen werden.

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Ende eines Nervenkriegs: Ein ägyptisches Flugzeug wurde nach Zypern entführt. Nach und nach durften die Passagiere die Maschine verlassen. Der Entführer ergab sich – und wurde festgenommen.

Die schlecht bezahlten Angestellten führten ihre Arbeit häufig unmotiviert wirkend und oberflächlich aus, hatten Reisende nach dem Flugzeugabsturz im Oktober berichtet. Ein internationaler Sicherheitsexperte sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass es an ägyptischen Flughäfen leicht sei, verbotene Gegenstände an Bord zu schmuggeln, solange man jemanden vom Personal kenne oder genügend Geld bezahle.

Ägyptens wichtiger Tourismussektor durchlebt seit dem Flugzeugabsturz eine schwere Krise. Berichten zufolge soll die Branche jeden Monat Umsatzeinbußen von mehr als 280 Millionen US-Dollar erleiden. Britische Experten wurden beauftragt, die Sicherheit an den Flughäfen des Landes zu erhöhen. Auch Fachleute aus Deutschland untersuchten die Sicherheitsstandards von Flughäfen in Touristenzielen am Roten Meer.

Von

dpa

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