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30.07.2011

14:48 Uhr

Förderländer

Venezuela – Öl-Weltmeister in Reserve

VonAlexander Busch, Regine Palm

Venezuela hat Saudi-Arabien als Land mit den weltweit größten Ölreserven abgelöst. Das Problem: Der südamerikanische Staat ist nicht in der Lage, die riesigen Vorkommen zu heben.

Ölraffinerie in Venezuela. Quelle: Reuters

Ölraffinerie in Venezuela.

Sao Paulo, DüsseldorfMit 297 Milliarden Fass Öl an gesicherten Reserven hat Venezuela erstmals Saudi-Arabien als reichstes Förderland der Welt überholt. Das teilte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) mit Sitz in Wien mit. Eine neue Statistik zeigt, dass die Ölreserven Venezuelas seit 2009 um 40,4 Prozent gestiegen sind, während die Reserven in Saudi-Arabien stagnierten. Hinter diesem Führungsduo rangieren Iran (151 Milliarden Barrel) und Irak (143 Milliarden Barrel) auf den Plätzen drei und vier.

Auch die irakischen Ölreserven sind der Opec zufolge um fast 25 Prozent gestiegen. Die Aufwärtskorrekturen seien ein Beweis, „dass uns auch langfristig nicht das Öl ausgeht“, sagte Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoffteams der Commerzbank. Bei den aktuell hohen Preisen könne ein großer Teil der nachgewiesenen Reserven auch abgebaut werden, so Weinberg. Rohöl hat sich seit Ausbruch der Libyen-Krise nahezu kontinuierlich verteuert. Ein Barrel Brentöl (159 Liter) kostete gestern in Europa knapp 119 US-Dollar.

Venezuela fehlt die Technologie, um das Öl zu fördern

Doch während Saudi-Arabien Tag für Tag Milliarden scheffelt, gigantische Infrastrukturprojekte im Land anschiebt und zu Hause einen Wirtschaftsboom entfacht, kann der neue Öl-Weltmeister seine Schätze kaum heben. Das Dilemma: Ein Drittel von Venezuelas Ölreserven bestehen aus superschwerem Öl, das im Orinoco-Gürtel im Landesinneren lagert. Seit Jahrzehnten versucht der staatliche Ölkonzern PdVSA diese teerähnlichen Vorkommen zu explorieren. Ohne hochkarätige Partner aus dem Ausland klappt das nicht. Auch für Reserven, die vor der Küste Venezuelas liegen, fehlt dem Ölland eine eigene Fördertechnologie. Nur ein kleiner Teil der neu anerkannten Vorräte liegt in erschlossenen Fördergebieten wie Maracaibo – und auch dort ist die Infrastruktur völlig veraltet.

Kommentare (1)

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commonman

30.07.2011, 16:32 Uhr

vielleicht wollen sie es nur nicht an us-konzerne verschenken und dafür ausgebeutete mondlandschaften bekommen?

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