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22.06.2015

16:58 Uhr

Förderung erneuerbarer Energien

20 Millionen Dollar für Energiewende in Indien

Energiewende in Indien? Eine Konzern-Gruppe will Wind- und Solaranlagen auf dem südasiatischen Subkontinent errichten und macht dafür 20 Millionen Dollar locker. Indien setzt bislang auf klimaschädliche Kohlekraftwerke.

Erneuerbare Energien sollen in Indien künftig wachsen. dpa

Solarkraftanlage in Indien

Erneuerbare Energien sollen in Indien künftig wachsen.

Neu-DelhiEine Unternehmensgruppe will 20 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien in Indien investieren, das bisher vor allem auf umweltschädliche Kohlekraftwerke setzt. Der japanische Mobilfunkanbieter SoftBank teilte am Montag in Neu Delhi mit, gemeinsam mit dem taiwanischen Elektronikkonzern Foxconn und der indischen Mobilfunkfirma Bharti Enterprises umgerechnet 17,6 Milliarden Euro zum Bau von Wind- und Solaranlagen investieren zu wollen. Damit sollen 20 Gigawatt Strom produziert werden - derzeit liegt die Leistung von Windrädern und Solaranlagen in Indien bei 4,1 Gigawatt.

„Mit dieser Partnerschaft wollen wir einen Marktführer für saubere Energie gründen, um Indiens Wachstum mit sauberen und erneuerbaren Energiequellen zu befeuern“, erklärte der Softbank-Gründer Masayoshi Son. Demnach will seine Firma, die in Japan bereits bei der Errichtung von Solarkraftwerken aktiv ist, im Rahmen der neugegründeten Firma SBG Cleantech bei der Produktion von Solaranlagen in Indien helfen.

In Indien gebe es doppelt so viel Sonne wie in Japan, während die Kosten für Arbeit und Land nur halb so hoch seien, sagte Son dem Sender CNBC TV18. Die Effizienz der Erzeugung von Solarstrom werde daher vier Mal so hoch wie in Japan sein. Der Zeitplan für die Umsetzung der Pläne hänge davon ab, wie schnell die Behörden die erforderlichen Genehmigungen erteilten und das nötige Land erworben werden könne, sagte Son.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Die indische Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi hat den Ausbau der erneuerbaren Energien zur Priorität erklärt. Bisher stammen 60 Prozent des Stroms im Land aus Kohlekraftwerken. Bis 2022 will die Regierung die Strommenge aus erneuerbaren Energien auf 100 Gigawatt steigern. Damit soll nicht nur den ständigen Stromausfällen begegnet werden, sondern rund 300 Millionen Menschen sollen auch erstmals mit Strom versorgt werden.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

22.06.2015, 17:32 Uhr

Unerwähnt bleibt hier allerdings noch, mit wie vielen Milliarden denn der Steuerzahler - und welcher - diesen Unfug finanzieren soll.
Da die Deutschen bereits global als die Zahlidioten der Welt gelten - German money is "thumb money" -, wird neben anderen auch der deutsche Steuerzahler für derartige Geldschneiderei von ein paar Geschäftemachern mit grünem Anstrich aufkommen.
Wie schön mal wieder.

Herr Tobias Stelter

22.06.2015, 19:08 Uhr

Ein erster Schritt in die richtige Richtung. Die Energiewende ist wichtig und zwar in allen Ländern. Mehr Informationen zu erneuerbaren Energien finden Sie hier: http://bit.ly/3malE_ErneuerbareEnergien. Viele Grüße, Tobias von 3malE

Herr Juergen Droste

23.06.2015, 07:23 Uhr

Tatsächlich Millionen ?

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