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06.01.2006

09:19 Uhr

Folge aus Gasstreit

Ukraine sucht ihr Heil im Atomstrom

Die ukrainische Regierung hat angekündigt, künftig verstärkt auf Atomenergie zu setzen, um weniger abhängig vom russischen Gas zu sein.

HB BERLIN. Die Kapazitäten in neu gebauten Kernkraftwerken müssten erhöht werden, sagte Ministerpräsident Juri Jechanurow der „Berliner Zeitung“ (Freitagausgabe). Wichtig sei aber auch, dass der Energieverbrauch im Land gesenkt werde. „Dazu müssen wir unsere Betriebe modernisieren.“ Die Ukraine werde sich zudem „auch um alternative Energieträger kümmern müssen: Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie. Das wird die deutsche Wirtschaft interessieren.“

Im dieser Woche beigelegten Gasstreit hatte Russland der Ukraine am Neujahrstag den Gashahn zugedreht, weil sie sich weigerte, künftig deutlich höhere Preise zu zahlen. Am Mittwoch einigten sich die beiden Länder auf einen Kompromiss, den beide Seiten als Erfolg werteten. Im Zuge des Streits war es in Deutschland zu einer erneuten Debatte um den Atomausstieg gekommen.

In dem Zeitungsinterview kündigte Jechanurow auch an, das Pipelinesystem für den Erdgastransit auszubauen. „Die wichtigste Lektion, die wir am 1. Januar gelernt haben, ist: Wir müssen ein sicheres Transitland sein.“ Die Ukraine müsse ihre Gasvorräte aufstocken, um Fehlmengen ausgleichen zu können. „Und wir müssen das Geld, das wir mit dem Transit einnehmen, in die Modernisierung der Pipelines investieren.“ Das Land sei bereit, neue Pipelines zu bauen.

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