Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2015

13:08 Uhr

Folgen der Ukrainekrise

Deutsche Wirtschaft warnt Jazenjuk vor Abgrenzung

Zuletzt hat die Ukraine neue Regeln eingeführt, die Geschäfte ausländischer Firmen erschwerten. Das sollte sich das Land mitten in der wirtschaftlichen und politischen Krise nicht erlauben, meint die deutsche Wirtschaft.

Er spricht ihm Mut zu, übt aber auch Kritik und setzt Appelle ab: Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft begrüßt den ukrainischen Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. dpa

Er spricht ihm Mut zu, übt aber auch Kritik und setzt Appelle ab: Eckhard Cordes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft begrüßt den ukrainischen Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

BerlinDer Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft hat die mit massiven Wirtschaftsproblemen kämpfende ukrainische Regierung vor dem Aufbau von neuen Handelshürden gewarnt. Der Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes sprach nach Angaben seiner Organisation bei einem Wirtschaftsgespräch mit Ministerpräsident Arseni Jazenjuk am Mittwochabend von Irritationen über "einige, jüngste Schritte ihrer Regierung". Genannt wurden etwa höhere Importzölle, die die im Lande tätigen Unternehmen belasteten. Solche Maßnahmen schafften Zugangshürden für deutsche Investitionsgüter und bremsten die Modernisierung der Unternehmen.

Cordes sprach von einem "riesigen" wirtschaftliche Potenzial des Landes, das größer sei als das der meisten EU-Länder. Die Möglichkeiten in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen würden derzeit nicht einmal ansatzweise ausgeschöpft. Durch die politischen und wirtschaftlichen Probleme des Landes sei der beiderseitige Handel im abgelaufenen Jahr um rund 30 Prozent gegenüber den sieben Milliarden Euro im Jahr 2013 zurückgefallen.

Der Wirtschaftsmanager forderte alle Beteiligten im Ukraine-Konflikt zu Entspannungsbemühungen auf, um eine Verhandlungslösung zu ermöglichen. "Eine Rhetorik der Konfrontation hingegen führt in der Wirtschaft zu massiver Verunsicherung", warnte er laut Redetext. Die Sanktionen des Westens gegen Russland würden von der deutschen Wirtschaft umgesetzt. "Letztendlich muss es uns aber gerade auch im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung der Ukraine gelingen, dass diese Sanktionen unnötig werden", sagte Cordes.

Das derzeit wichtigste Vorhaben für die deutsche Wirtschaft sei die Umsetzung des Freihandels- und Assoziierungsabkommens zwischen der Ukraine und der EU. Dabei müsse gesichert werden, dass der Ukraine der Zugang zum russischen Markt nicht verschlossen werde.

Von

rtr

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Peter Noack

08.01.2015, 13:48 Uhr

Die Wirtschaft der Ukraine steht und fällt mit der Wirtschaft Russlands!

Ist endlich allen klar, dass die Wirtschaft der Ukraine völlig davon abhängt, "dass der Ukraine der Zugang zum russischen Markt nicht verschlossen werde." (Cordes)
Weiß auch jeder warum das so ist?

Herr Vittorio Queri

08.01.2015, 14:19 Uhr

>> Cordes sprach von einem "riesigen" wirtschaftliche Potenzial des Landes >>

Der Dampfblasenabsonderer Cordes verwechselt hier eindeutig den Bedarf des Schurkenstaates Ukraine mit wirtschaftlichem Potential.

Zu dem Laberer hat es sich noch nicht herumgesprochen, dass die Ukraine Pleite ist, dass die Wirtschaft der Ukraine am meisten von Russland abhängig ist, das die dämliche EU versucht zu sanktionieren. Damit sanktioniert die EU natürlich zwangsläufig auch die ukrainische Wirtschaft.

Und mit dem Überfall und Zerbomben der Ostukraine hat der kriminelle Jatzenjuk 30 % seiner Wirtschaft dem Boden gleich gemacht.

Und ein Cordes hofiert kriminelle ukrainischen Oligarchen und pudert denen im Namen Merkels unsere Steuergelder in den Hintern !

Cordes ist ein Politdilettant per Excellence, ahnungslos und arrogant zum Erbrechen !

Herr Marek Neklar

09.01.2015, 12:06 Uhr

Sehr komisch, dass man folgende Aussage von Herrn Cordes nicht einmal ansatzweise erwähnt! Der Vorschlag einer Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok mit Russland und der Ukraine als Brücke zwischen Ost und West! Es grenzt schon an Zensur, wenn man diese Kernaussage nicht erwähnt! (man hätte sich nur die Rede durchlesen müssen - zu finden auf der Seite des Ostausschusses: http://www.ost-ausschuss.de/node/783)

"Wir werben als Ost-Ausschuss deshalb für direkte Gespräche zwischen der Europäischen Kommission und der Eurasischen Wirtschaftskommission über eine gemeinsame Wirtschaftsarchitektur, also über eine gemeinsame Freihandelszone, an der auch die Ukraine partizipieren kann. Dann kämen die geographischen Standortvorteile der Ukraine als Brücke zwischen West und Ost voll zum Tragen."

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×