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30.05.2011

15:52 Uhr

Folgen der Unruhen

Ägypten steht kurz vor IWF-Milliarden-Kredit

Nach Einnahmeausfällen während des Volksaufstands klaffen Löcher im ägyptischen Haushalt. Wegen der besonderen Umstände hat der IWF seine Standards für eine Kreditvergabe womöglich gelockert.

Ägyptens Finanzminister Samir Radwan spricht mit Medienvertretern. Quelle: Reuters

Ägyptens Finanzminister Samir Radwan spricht mit Medienvertretern.

KairoÄgypten kann in Kürze mit einem IWF-Kredit über drei Milliarden Dollar rechnen. Das Geld solle zum Stopfen von Haushaltslöchern genutzt werden, die durch Einnahmeausfälle im Zuge des Volksaufstands zu
Jahresbeginn entstanden seien, sagte Finanzminister Samir Radwan am Montag.

Der Kredit sei mit dem Internationalen Währungsfonds grundsätzlich ausgehandelt und werde bald besiegelt. Er hoffe, dass die Unterzeichnung ein Signal auch für andere Geldgeber wie etwa die Europäische Union sein werde, sagte Radwan.

Der Minister deutete zudem an, dass der IWF wegen der besonderen Umstände in Ägypten seine sonst üblichen Standards für eine Kreditvergabe etwas gelockert habe. Diplomaten hatten zuletzt erklärt, die nach dem Sturz von Präsident Husni Mubarak amtierende Übergangsregierung habe nicht das Mandat zu größeren Haushaltsreformen.

Das Finanzjahr 2012 bis Ende Juni wird für Ägypten nach Einschätzung Radwans wahrscheinlich mit einem Defizit von 11,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts enden. Vor dem Aufstand, der Mubarak nach rund 30 Jahren zu Fall brachte, war ein Defizit von 7,9 Prozent vorhergesagt worden. Wegen der Unruhen hatten Touristen und Investoren das Land gemieden. Zudem kam die Revolution in einer Zeit steigender Ausgaben. So hatten Staatsbedienstete höhere Löhne gefordert. Daneben wuchs der Druck auf die Regierung, die Beihilfen für Grundnahrungsmittel anzuheben.

Von

rtr

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