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16.12.2014

07:44 Uhr

Folter-Methoden des CIA

Viele US-Bürger halten Folter-Verhöre für gerechtfertigt

Laut einer Umfrage hält die Hälfte der US-Bürger die harten Verhörmethoden des Geheimdienstes CIA für gerechtfertigt. Nur 29 Prozent lehnen demnach die Folter-Methoden ab.

Auch auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba sollen Häftlinge gefoltert worden sein. dpa

Auch auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba sollen Häftlinge gefoltert worden sein.

WashingtonDie Hälfte der US-Bürger hält einer Umfrage zufolge die harschen Verhörmethoden des Geheimdienstes CIA im Kampf gegen Terrorismus für gerechtfertigt. Dieser Meinung waren 51 Prozent der Befragten, wie die am Montag (Ortszeit) veröffentlichte Erhebung des Forschungszentrums Pew ergab.

Demnach lehnten 29 Prozent der US-Bürger die Foltermethoden des Geheimdienstes ab. Außerdem waren 56 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Verhöre weitere Anschläge verhindert hätten - 28 Prozent glaubten das nicht.

Die Foltermethoden der CIA

1. Schläge in den Unterleib

Zweck dieser Methode war es, Angst und Hoffnungslosigkeit bei den Häftlingen auszulösen, die Gefangenen zu erniedrigen und zu beleidigen, heißt es in einer Beschreibung in Regierungsdokumenten. Der Vernehmungsbeamte steht dabei knapp 30 Zentimeter vor dem Bauch des Inhaftierten und schlägt mit dem Handrücken zu. Die Peiniger wurden angewiesen, die Hand bei den Schlägen in den Unterleib ausgestreckt und die Finger zusammen zu halten. Die CIA nutzte diese Technik vor 2004 mit Genehmigung des US-Justizministeriums.

2. Aufmerksamkeit erzwingen

Der Befrager greift den Gefangenen dabei mit beiden Händen am Kragen und zieht ihn zu sich heran, wie der frühere CIA-Mitarbeiter John Rizzo berichtet. Diese Technik wurde Rizzo zufolge etwa bei dem Al-Kaida-Mitglied Abu Subajdah angewendet.

3.Einsperren in engen Boxen

Der Vernehmer sperrt den Häftling für bis zu 18 Stunden in eine Box, in der ein ausgewachsener Mensch in der Regel stehen kann - oder aber er wählt eine Box, die gerade einmal groß genug ist, um eingerollt darin auszuharren. Hierin verbrachten Häftlinge bis zu zwei Stunden, wie Rizzo in seinem Buch „Company Man“ schreibt. Der zugewiesene Beamte hatte demnach darüber hinaus die Möglichkeit, ein „harmloses“ Insekt in die kleinere der Boxen zu stecken. Dies sei zum Beispiel bei Subajdah gemacht worden, weil dieser Käfer gehasst habe, sagte Rizzo.

4. Nahrungsmittelmanipulation

Diese Maßnahme beinhaltete, von fester Nahrung auf flüssige umzusteigen. Subajdah wurde im August 2002 nach Angaben des Senatsberichts in eine Diät mit Flüssignahrung versetzt, die aus einem Nahrungsergänzungsmittel und Wasser bestand.

5. Haltegriff ums Gesicht

Der Vernehmungsbeamte hält den Kopf des Gefangenen so, dass er nicht bewegt werden kann. Er legt jeweils eine Hand auf beide Seiten des Gesichts und hält die Fingerspitzen laut Rizzo in Sichtweise weg von den Augen des Häftlings.

6. Der Schlag ins Gesicht

Mit gespreizten Fingern wird dem Häftling mitten ins Gesicht zwischen Kinn und Ohrläppchen geschlagen, wie Rizzo in seinem Buch beschreibt. Auch hiermit sollte das Opfer gedemütigt werden. Damit sollte der Gefangene „von der irrtümlichen Vorstellung befreit werden, dass er nicht körperlich verletzt würde“.

7. Nacktheit

Diese Technik wurde kombiniert mit anderen Methoden genutzt. Der Häftling wurde gezwungen, lange Zeit nackt zu stehen.

8. Druckbelastung

Zweck dieser Technik ist es laut einem Regierungsdokument, dem Häftling mit Hilfe von ausgedehntem Muskelgebrauch Unbehagen zuzufügen. Eine Position war, mit nach vorn ausgestreckten Beinen zu sitzen, während die Hände über dem Kopf gehalten wurden. Eine andere war laut Rizzo, auf dem Boden zu knien und sich dabei in einem 45-Grad-Winkel zurückzulehnen.

9. Tagelanger Schlafentzug

Häftlinge wurden bis zu 180 Stunden lang wach gehalten, meistens, indem sie eine aufrechte oder unangenehme Stellung einnehmen mussten. Manchmal wurden dabei gar die Hände der Gefangenen über dem Kopf festgebunden. Wegen dieser Technik hatten mindestens fünf Opfer „verstörende Halluzinationen“, wie es in dem Bericht heißt - in zwei Fällen setzte die CIA die Praxis dennoch fort. Ein Inhaftierter, Arsala Khan, halluzinierte im Oktober 2003 nach 56 Stunden Schlafentzug im Stehen. Anschließend kam der Auslandsgeheimdienst zu dem Schluss, dass der Mann offenbar nicht in geplante Aktivitäten gegen die USA verwickelt ist. Statt ihn wie anschließend von der CIA geplant freizulassen, wurde Khan in militärische Einrichtungen gebracht, wo er für vier weitere Jahre inhaftiert war.

11. Walling

Dies war eine der brutalsten Methoden. Die Vernehmungsbeamten schleudern den Häftling dabei gegen eine Wand. Laut Senatsbericht war dies eine der unzähligen Techniken, die bei Subajdah angewendet wurden. Auch der Al-Kaida-Anführer Chalid Scheich Mohammed war am 22. März 2003 „intensiven“ Befragungen und Walling ausgesetzt. Als das nichts brachte, nutzten die Vernehmenden eine noch härtere Methode, das Waterboarding.

12. Waterboarding

Nach einer Stunde des Waterboardings war der besagte Al-Kaida-Mann „bereit zu reden“, wie es bei der CIA hieß. Bei dieser wohl berüchtigsten CIA-Technik wurde der Häftling an einem Tisch oder einer Bank festgeschnallt. Anschließend wurde Wasser über das Gesicht des Gepeinigten gegossen, was ihm das Gefühl gab, zu ertrinken. Laut dem Senatsbericht sorgte diese Methode für Erbrechen, unmittelbare Aufnahme der Flüssigkeit und unfreiwillige Krampfzustände in Bein, Brust oder Arm. Abu Subajdah wurde demnach „vollkommen unempfänglich, mit Blasen, die aus seinem offenen, vollen Mund hochkamen“. Er sei anschließend „hysterisch“ und unfähig zum Kommunizieren gewesen. Chalid Scheich Mohammed wurde zwischen dem Nachmittag des 12. März 2003 und dem darauffolgenden Morgen insgesamt 65 Mal der Prozedur des Waterboardings ausgesetzt.

13. Eisbäder

Nackte Häftlinge wurden dem Senatsbericht zufolge auf einer Plane festgehalten. Die Plane wurde daraufhin an seinen Enden hochgezogen, so dass sich eine Art Badewanne bildete. Eiskaltes Wasser wurde anschließend über den Gefangenen gekippt. Manchmal wurden die Opfer dabei zudem stundenlangem Schlafentzug ausgesetzt.

Der Geheimdienstausschuss des US-Senats hatte in der vergangenen Woche die Ergebnisse seiner mehrjährigen Untersuchung zur Misshandlung von Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 veröffentlicht. Der Bericht gibt einen detaillierten Einblick, wie die CIA damals ein weltweites System von Geheimgefängnissen aufbaute, in denen mutmaßliche Al-Kaida-Anhänger ohne richterlichen Beschluss festgehalten und mit brutalen Methoden verhört wurden.

Laut Bericht gehörten zu den angewendeten Methoden unter anderem das berüchtigte „Waterboarding“ (simuliertes Ertränken) und der Zwang, in schmerzhafter Stellung auszuharren. Kritiker sprechen bei den zwischen 2002 und 2009 eingesetzten Methoden von Folter.

Bei der Einschätzung über die Veröffentlichung des Senatsberichts halten sich Zustimmung und Ablehnung der Umfrage zufolge ungefähr die Waage: 42 Prozent der US-Bürger hielten das für eine „gute“ und 43 Prozent für eine „schlechte Entscheidung“. Befragt wurden in den vergangenen Tagen 1001 Menschen in den USA.

Kommentare (6)

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Herr Woifi Fischer

16.12.2014, 08:08 Uhr

Folter-Methoden des CIA Viele US-Bürger halten Folter-Verhöre für gerechtfertigt!!!

Die US-Bürger sollten einmal in ihrer Verfassung den 8. Zusatzartikel genau lesen was da über Folter steht,
Der 8. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (engl. Amendment VIII, deutsch kurz achter Zusatz genannt) verbietet übertriebene Kautionen, übertriebene Bußgelder sowie grausame und ungewöhnliche Bestrafungen. Er ist mit allen Zusatzartikeln I. bis X. Teil der US-amerikanischen Bill of Rights, die vom Kongress am 25. September 1789 beschlossen und am 15. Dezember 1791 ratifiziert wurden.
Wortlaut:
Englisch:
Excessive bail shall not be required, nor excessive fines imposed, nor cruel and unusual punishments inflicted.
Deutsch:
Es sollen weder übermäßige Kautionen verlangt noch übermäßige Bußgelder verhängt noch grausame und ungewöhnliche Bestrafungen angewendet werden.
Der 8. Verfassungszusatz wird in der vom US-Kongress beschlossenen Gesetzesurkunde als zehnter Artikel ("Article the tenth") aufgeführt.

Herr Peter Weish

16.12.2014, 10:18 Uhr

Foltern ist noch schlimmer als quälen und mißhandeln.
Mit Folter versucht man Informationen zu bekommen,die der Inhaftierte selbst um den Preis seines Lebens nicht preisgeben würde, z.B. Verrat von Freunden oder Verwandten.
Man nimmt ihm den Rest seiner Menschenwürde.
Was unter Folter ausgesagt oder "gestanden" wurde, sollte seit den Hexenprozessen als wertlos verstanden werden.
Ich denke, dass diejenigen US BürgerInnen, die Folter im Interesser der "nationalen Sicherheit" für gerechtfertigt halten, selbst Opfer einer schlimmen Propaganda sind.
Verstöße gegen Menschenrechte und das Völkerrecht sind durch nichts zu rechtfertigen.
Macht begründet keine Sonderrechte sondern ein hohes Maß an Verantwortung. Wenn die Verantwortlichen über Scheußlichkeiten wie Quälen und Foltern von begangenen "Fehlern" sprechen, so ist das geradezu zynisch. Es handelt sich um Verbrechen, die nach geltendem Recht auch bestraft werden müssen. Ein modernes, mit Atomraketen "abgesichertes" Faustrecht ist abzulehnen!

Herr Paul Mueller

16.12.2014, 10:45 Uhr

Viele US-Bürger halten auch ausschliesslich das SUV als passendes Fortbewegungsmittel. Die USA haben das Energiesparen nach Deutschland ausgelagert, und die Moral auch.

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