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02.05.2012

09:03 Uhr

Fondsmanager alarmiert

„EZB pflanzt die Saat für ein Auseinanderfallen der Euro-Zone“

Um den Euro zu retten, hat die Europäische Zentralbank die Geldmärkte geflutet. Doch was die Schuldenkrise beilegen sollte, droht nun die Gemeinschaftswährung zu untergraben.

Blick auf die EZB-Zentrale in Frankfurt. dpa

Blick auf die EZB-Zentrale in Frankfurt.

LondonEZB-Kredite im Wert von über 1,3 Billionen Euro sind für Käufe von Staatsanleihen verwendet worden, was die Fremdkapitalkosten begrenzt hat. Da die Abhängigkeit Italiens von heimischen Kreditinstituten steigt und spanische Banken die Käufe von heimischen Staatsanleihen verstärken, lassen die wirtschaftlichen Bindungen, die das Schicksal der Euromitglieder verknüpfen, nach. Damit sinkt für andere Länder der Anreiz für Stützungsmaßnahmen zum Erhalt der Währungsunion.

„Nachdem die lokalen Bondmärkte nun nur noch im Besitz heimischer Institute sind, gibt es immer weniger Anreize für andere Länder, diese zu stützen und einigen von ihnen finanziell unter die Arme zu greifen“, erläutert Stephane Monier, Fondsmanagerin bei Lombard Odier Investment Managers. „Im Grunde genommen pflanzen sie die Saat für ein Auseinanderfallen der Eurozone.“

Hilfen der EZB

Staatsanleihekäufe

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat seit Mai 2010 auf dem Sekundärmarkt - also von der Finanzbranche - Staatsanleihen oder Peripherieländer Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien im Wert von 214 Milliarden Euro gekauft und damit die Risikoprämien für Bonds dieser Länder gesenkt.

Dreijahrestender

Im Dezember und Februar haben die Frankfurter Währungshüter den Bankensektor mit mehr als einer Billion Euro geflutet. Der Zins auf die Kredite beträgt ein Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Die Banken investierten die Gelder teilweise in höher verzinste Anleihen.

Sicherheiten

Die Anforderungen an die Sicherheiten, die von Banken für EZB-Kredite von der Notenbank zu hinterlegen sind, wurden im Verlauf der Krise sukzessive gesenkt und erhöhten so die Liquidität der Banken im Euro-Raum.

Die EZB startete im Dezember den ersten von zwei außergewöhnlichen Drei-Jahres-Kredittendern zu einem Zinssatz von einem Prozent. Italienische Banken haben ihre Bestände an Staatsanleihen auf 323,9 Mrd. Euro erhöht, vergleichen mit 301,6 Mrd. Euro im Februar und 247,4 Mrd. Euro im November, so die EZB. Spanische Banken halten Bonds in Höhe von 263,3 Mrd. Euro, verglichen mit 245,6 Mrd. Euro im Februar und 177,9 Mrd. Euro im November.

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Seit den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (LTRO) haben beide Länder erklärt, dass sie die mit der Europäischen Kommission vereinbarten Defizitziele verfehlen werden. Das hat die spanischen Zwei-Jahres-Renditen auf 3,25 Prozent getrieben, was mehr als einen Prozentpunkt über dem Tiefstwert in diesem Jahr liegt. Die italienischen Renditen sind gegenüber ihrem Tief von 2012 um fast 1,5 Punkte gestiegen bis auf 3,13 Prozent, während die Renditen deutscher Bundesschatzanweisungen am 27. April auf ein Rekordtief von 0,075 Prozent gesunken sind.

Indes stoßen ausländische Investoren ihre Bestände ab, wie aus separaten Daten hervorgeht. Ausländische Investoren haben ihre Positionen an spanischen Festverzinslichen im März um 20 Mrd. Euro oder 9,3 Prozent zurückgefahren.

Kommentare (4)

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KLASSE

02.05.2012, 09:29 Uhr

Eine gute Entwicklung!!!

Mazi

02.05.2012, 10:12 Uhr

Es muss jedem in Deutschland klar sein, dass Draghi indirekt über den Bundeshaushalt bestimmt und die hier gewählten Volksvertreter kein Kontrollrecht über ihn besitzen.

Besonders deutlich ist dies an dem Umstand zu erkennen, dass Draghi nicht auf Basis des mit Deutschland abgeschlossenen Vertrag agiert.

Noch bemerkenswerter ist, dass dies allen gewählten Volksvertretern bekannt ist und auch in den Medien großflächig bekannt gemacht wurde und wird.

Hoffen wir, dass die Wähler diese Leistung mit ihrer Stimmkarte richtig würdigen.

Account gelöscht!

02.05.2012, 12:07 Uhr

Was nicht zusammengehört, muss sich wieder trennen.
Das gilt für Beziehungen, Arbeitsverhältnisse und Währungsunionen.
Auch wenn manche Euro-Fanatiker das nicht wahrhaben wollen.
Daran ist nicht die EZB schuld, sondern die verschiedenen Mentaliäten zwischen Nord- und Südstaaten.
Was die wirklichen Experten übrigens schon immer gesagt haben.

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