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09.10.2014

16:28 Uhr

Forderung nach der Quote

Deutschland will gerechtere Verteilung von Flüchtlingen

Die Flüchtlingswelle nach Europa wächst, Länder wie Italien sind überfordert. Deutschland will die EU-Staaten zu einem Kursschwenk bringen und die Lasten gerechter verteilen. Doch es gibt Widerstand.

Die Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Karlsruhe. Die EU streitet derzeit darüber, wie Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden sollten. dpa

Die Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Flüchtlinge in Karlsruhe. Die EU streitet derzeit darüber, wie Flüchtlinge auf die Mitgliedsstaaten verteilt werden sollten.

LuxemburgDie EU-Staaten streiten um eine gerechtere Verteilung von Asylbewerbern. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) machte sich am Donnerstag bei einem Treffen mit seinen europäischen Kollegen in Luxemburg dafür stark, Kontingente auf alle EU-Staaten zu verteilen. „Wir müssen uns verständigen auf Aufnahmequoten etwa nach Einwohnern“, sagte der Minister.

Das würde Länder wie Italien, wo derzeit tausende Bootsflüchtlinge über das Mittelmeer ankommen, entlasten. Auch in Deutschland würde die Zahl der Asylverfahren erwartungsgemäß sinken. Nach Deutschland sind seit Jahresbeginn rund 100 000 Asylbewerber gekommen - fast 60 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2013.

Das Thema ist allerdings heiß umstritten: Viele Staaten, die derzeit wenige Asylbewerber aufnehmen, sind dagegen. Dazu zählen laut EU-Diplomaten etwa die osteuropäischen Länder, aber auch Spanien und Portugal. Seit dem Schiffsunglück von Lampedusa mit mehr als 360 Toten im vergangenen Jahr streiten die EU-Staaten um die Verteilung.

Nach de Maizières Vorschlag sollen Länder, die über einer solchen Quote lägen, entlastet werden, während Länder darunter Asylbewerber zugeteilt bekommen. Allerdings müssten alle Staaten dazu bereit sein. „Das ist im geltenden Recht nicht vorgesehen, deshalb müsste es freiwillig geschehen und sicher auch zeitlich befristet“, sagte der Bundesinnenminister.

So kommen die Flüchtlinge nach Europa

Lampedusa

Lampedusa ist ein beliebtes Ziel für Flüchtlingsboote. Die italienische Mittelmeerinsel liegt nahe der nordafrikanischen Küste. Doch es gibt noch andere Routen über die Flüchtlinge nach Europa gelangen.

Quelle: Frontex Annual Risk Analysis 2013

Osteuropäische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 407

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Ukraine: 330
Afghanistan: 52
Vietnam: 47

Balkan-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 5.634

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Afghanistan: 1.693
Syrien: 1.139
Kosovo: 979

Östliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 12.962

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 8.241
Afghanistan: 2.488
Somalia: 760

Albanien-Griechenland Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.515

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Albanien: 3.466
Mazedonien: 14
Georgien: 13

Apulien und Kalabrien

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 7.751

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Syrien: 3.040
Nigeria: 684
Eritrea: 475

Zentrale Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 56.446

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Eritrea: 17.829

Unbekannt: 9.494
Syrien: 8.588

Westliche Mittelmeer-Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 3.331

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Mali: 783
Kamerun: 730
Guinea: 294

Westafrikanische Route

Irreguläre Grenzübertritte 2014 (Januar-Juni): 146

Top 3-Herkunftsländer der Migranten:
Marokko: 30
Mali: 24
Guinea: 16

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström verlangte mehr Solidarität. Bislang nähmen fünf Länder - Schweden, Deutschland, Italien, Großbritannien und Frankreich - 75 Prozent aller Asylbewerber auf. „Aber wir sind 28 Länder in der Europäischen Union“, mahnte sie.

Am Dublin-Verfahren, wonach das EU-Land für das Asylverfahren zuständig ist, in dem der Asylbewerber zuerst eingereist ist, will Minister de Maizière aber nicht rütteln.

Kommentare (4)

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Herr Bernd Mayer

09.10.2014, 16:46 Uhr

Bei der Gewalt von Salafisten gegen Kurden in Hamburg, Celle und anderswo sieht man erneut: Wir importieren Konflikte aus aller Welt. Die Probleme für die Menschen lassen sich offenkundig nicht lösen, in dem wir sie zu uns holen. Doch Politiker und Medien verharmlosen die Masseneinwanderung weiter als notwendige Hilfe. Sie behaupten, wir müssten noch viel mehr Personen Asyl gewähren. Dabei ist längst ein Exodus nach Europa im Gange.

... bürste

09.10.2014, 18:17 Uhr

"Deutschland will gerechtere Verteilung von Flüchtlingen"

in Deutschland?
99% der Ausländermassen werden in WEST DE angesiedelt
is OST DE sind es 1%!

4. die Immigranten im Land - und die Tatsächlichen Zahlen!
> "bdb - Bundeszentrale für politische Bildung“ <
hier:
>>tinyurl.com/plls9zu<<


5. und die Verteilung auch mal:
die St*si-Anetta Kahane,
.>>"Aus diesem Grund gibt es im Osten des Landes noch immer weniger als 1% sichtbare Minoritäten und somit kann man sagen, dass dieser Teil des Landes weiß geblieben ist. Nicht nur “ausländerfrei”, sondern weiß. Bis heute ist es anstrengend, schwierig, mühsam bis unmöglich die lokalen Autoritäten davon zu überzeugen, dass dieser Zustand ein Problem ist, gegen das sie aktiv werden sollten.“<<

hier:
>>pluspedia.org/wiki/Amadeu_Antonio_Stiftung<<




G E N D E R !

aus den Kriegsverbrechen in OST,
eines der Inhalte in der Ostzonen Sozialisation war:

-- " Von seinem Gegenüber -- *Belogen & Betrogen* -- zu werden"
um so den Zusammenhalt in der "Gesellschaft" zu verhindern/ auszulöschen!
.
-- Emotionalität (insb. Frauen) galt als
-- *verachtenswerte Eigenschaft! * --
Menschen ohne Emotionen nennt man/sind Psychopathen.

-- Nach einer Erhebung von 2004 sind -- *0,4%* -- der Bevölkerung Homosexuell.

hier:
>>homment.com/StatusQuo<<

Herr Manfred Zimmer

09.10.2014, 20:38 Uhr

Vielleicht wäre es eine Idee diese Flüchtlinge anders zu bezeichnen. Dann gäbe es von heute auf morgen viel weniger Flüchtlinge und das Problem wäre behoben.

Es gäbe dann zwar immer noch das Problem mit den "Flüchtlingen". Aber es würde anders bezeichnet und das Thema könnte von Neuem beginnen.

Vielleicht würden die Politiker das Problem besser verstehen, wenn sie selbst zu Flüchtlingen geworden sind.

Steuerflüchtlinge sind sie ohnehin schon, weil sie sich nach ihrer Leistungsfähigkeit erst gar nicht besteuern lassen.

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