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04.04.2014

15:52 Uhr

Forderung nach Zinssenkung

Erdogan setzt türkische Notenbank unter Druck

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan will mehr ausländische Investitionen. Deshalb fordert er die – unabhängige – Zentralbank auf, die Zinsen zu senken. Sie hat im Januar genau das Gegenteil entschieden.

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan rüttelt an der Unabhängigkeit der türkischen Notenbank. Reuters

Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan rüttelt an der Unabhängigkeit der türkischen Notenbank.

AnkaraDer türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die Zentralbank seines Landes zu einer Senkung der zentralen Zinssätze aufgerufen. Die Notenbank solle eine außerordentliche Sitzung einberufen, so wie sie es Ende Januar getan habe, als sie den Leitzins überraschend angehoben habe, sagte Erdogan am Freitag vor Journalisten. Ausländische Investoren würden mit Ungeduld auf niedrigere Zinssätze warten. „Dann wird mehr investiert.“

Der Sieg seiner islamisch-konservativen AKP Partei bei den Kommunalwahlen vom vergangenen Sonntag habe die Finanzmärkte beruhigt, sagte Erdogan weiter. „Es gibt Stabilität, Vertrauen.“ Trotz eines massiven Korruptionsskandals und Protesten gegen seinen zunehmend autoritären Regierungsstil holte Erdogans Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) landesweit 45 Prozent der Stimmen - fast sieben Prozent mehr als beim letzten Urnengang 2009.

Euro gegen den Rest der Welt - Währungsbilanz 2013

Chinesischer Yuan

Euro/Yuan +0,8 Prozent

Britisches Pfund

Euro/Pfund +2 Prozent

Schweizer Franken

Euro/Franken +2,5 Prozent

US-Dollar

Euro/US-Dollar +3,7 Prozent

Russischer Rubel

Euro/Rubel +13,2 Prozent

Kanadischer Dollar

Euro/Kan. Dollar +13,3 Prozent

Norwegische Krone

Euro/Nor. Krone +14,7 Prozent

Australischer Dollar

Euro/Aus-Dollar +22,2 Prozent

Japanischer Yen

Euro/Yen +24,1 Prozent

Türkische Lira

Euro/Türk. Lira +26,6 Prozent

Südafrikanischer Rand

Euro/Rand +28,8 Prozent

Gegen den Widerstand Erdogans hatte die unabhängige Zentralbank am 28. Januar die Zinssätze drastisch erhöht, um die Talfahrt der Landeswährung Lira zu stoppen. Sie hatte immer weiter an Wert verloren. Hintergrund waren unter anderem politische Turbulenzen und Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung.

Wie andere Währungen von Schwellenländern leidet die Lira außerdem unter der Entscheidung der US-Notenbank Fed, ihre ultralockere Geldpolitik zurückzufahren. Dadurch wird es für Investoren wieder attraktiver, ihr Geld in den USA anzulegen anstatt in den Schwellenländern wie der Türkei.

Von

afp

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