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23.01.2011

16:45 Uhr

Forderungen an G20

Maßnahmen gegen Spekulanten auf Agrarmärkten

Die Agrarminister von 48 Ländern haben die zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) zu Maßnahmen gegen Spekulationen auf Agrarmärkten aufgefordert. Die Minister verabschiedeten am Samstag in Berlin ein Kommunique, in dem vor Gefahren durch Preisschwankungen und Spekulationen gewarnt wird.

Die G20 sollen sich gegen Spekulation auf Agrarmärkten engagieren. dpa

Die G20 sollen sich gegen Spekulation auf Agrarmärkten engagieren.

HB BERLIN. . Die G20-Staaten werden aufgerufen, die Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte zu stärken, die Markttransparenz zu verbessern und gegen Preismanipulationen vorzugehen.

An die seit Jahren um eine Liberalisierung des Welthandels ringende Doha-Runde appellierten die Minister, zu einer baldigen Einigung zu kommen. Bislang stößt eine Liberalisierung des Agrarhandels unter anderem auf Widerstand der USA, die sich gegen einen größeren Abbau ihrer Agrarsubventionen sträuben.

"Das ist ein Auftakt für weitere Diskussionen zwischen den Mitgliedstaaten der G20", sagte der französische Agrarminister Bruno Le Maire bei der Entgegennahme des Kommuniques. Er hoffe, dass bis Ende 2011 konkrete Lösungen gefunden würden. Frankreich hat in diesem Jahr die G20-Präsidentschaft inne und hat bereits die Agrarpolitik als einen Schwerpunkt benannt.

Die Frage der Preisschwankungen sei von großer Bedeutung für Landwirte und Verbraucher weltweit. "Wir müssen diese Preisvolatilität bekämpfen", sagte Le Maire. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärte: "Wir finden es sehr wichtig, dass die Welternährung auch in den internationalen Prozessen eine wichtige Rolle spielt."

Im vergangenen Jahr waren die Preise für bestimmte Agrarprodukte exzessiv gestiegen. So hatten sich vergangenen Sommer die Weizenpreise um 40 Prozent verteuert, weil Russland nach einer schlechten Ernte einen Exportstopp verhängt hatte. Im vergangenen Jahr waren auch die Preise für Kakao massiv gestiegen. Europäische Schokoladenhersteller hatten erklärt, Ursache seien massive Investitionen im Termin-Markt für Kakao gewesen.

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