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09.10.2014

14:59 Uhr

Forderungen und ein Treffen

Westen übt weiter Druck auf Russland aus

Solange sich noch russische Truppen in der Ukraine aufhalten, wird es keine Lockerungen der US-Sanktionen geben, stellt Diplomatin Victoria Nuland klar. Unterdessen könnten sich Putin und Poroschenko in Mailand treffen.

Der russische Präsident Wladimir Putin könnte in Mailand auf seinen Amtskollegen Petro Poroschenko treffen. Die USA glauben unterdessen weiter an russische Truppen in der Ukraine und forderten Putin auf, diese zurückzuziehen. ap

Der russische Präsident Wladimir Putin könnte in Mailand auf seinen Amtskollegen Petro Poroschenko treffen. Die USA glauben unterdessen weiter an russische Truppen in der Ukraine und forderten Putin auf, diese zurückzuziehen.

Berlin/MoskauDie USA haben die Regierung in Moskau erneut zu einem vollständigen Abzug aller russischen Truppen aus der Ukraine aufgefordert. Andernfalls könnten die Sanktionen nicht gelockert werden, sagte die für Europa zuständige US-Spitzendiplomatin Victoria Nuland am Donnerstag auf einer Konferenz in Berlin. Sie forderte Russland auch auf, militärische Ausrüstung aus der früheren Sowjetrepublik abzuziehen und Geiseln freizulassen. Es gebe zwar eine Friedensvereinbarung für die Ukraine. Sie werde aber in wichtigen Bereichen gebrochen, sagte Nuland.

Die ukrainische Regierung und westliche Länder haben Russland wiederholt vorgeworfen, die prorussischen Separatisten mit Soldaten und Waffen zu unterstützen. Die Regierung in Moskau dagegen bestreitet, reguläre Truppen in das Nachbarland entsandt zu haben. In dem Konflikt sind nach UN-Erkenntnissen seit Mitte April mindestens 3660 Menschen ums Leben gekommen.

Am Rande des Europa-Asien-Gipfels (Asem) in der kommenden Woche könnte es derweil auch zu einem Gespräch zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko kommen. Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow bestätigte am Donnerstag, dass Putin zu dem Treffen am 16. und 17. Oktober nach Mailand reisen wird. „Es ist eine Reihe von Treffen mit westlichen Partnern geplant, bei denen die Ukraine ein Schwerpunktthema ist“, sagte Uschakow laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Tass. Dabei könnte auch ein Gespräch mit Poroschenko unter Hinzuziehung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten Francois Hollande zustandekommen, sagte er.

Putin spricht...

über Krieg und Frieden

„Russland hat keine Absicht, Krieg gegen das ukrainische Volk zu führen.“
am 4.3. in einer Pressekonferenz

„Wenn ich will, kann ich in zwei Wochen Kiew einnehmen.“
am 01.09. in einem Telefonat mit EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, das dieser öffentlich machte. Die russische Seite erklärte im Anschluss, das Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden.

über Rüstung

„Die Militarisierung des Weltraums und die US-Stützpunkte in Europa und Alaska, direkt an unserer Grenze, nötigen uns zu einer Reaktion.“
am 10.09. in einer Pressekonferenz

über die Zukunft der Ostukraine

„Russland behält sich das Recht vor, alle vorhandenen Mittel zu nutzen, sollte es in östlichen Regionen der Ukraine zu Willkür kommen.“
am 4. 3. in einer Pressekonferenz

„Diese Gebiete (im Süden und Osten der Ukraine) waren als Neurussland historisch ein Teil des Russischen Reiches. Erst in den 1920er Jahren wurden die Territorien von den Bolschewiken der Ukraine gegeben. Gott weiß warum.“
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

„Es müssen umgehend substanzielle inhaltliche Verhandlungen anfangen - nicht zu technischen Fragen, sondern zu Fragen der politischen Organisation der Gesellschaft und der Staatlichkeit im Südosten der Ukraine.“
am 31. 8. vor dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe

über die Führung der Ukraine

„In der Ukraine gibt es bislang keine legitime Macht, mehrere Staatsorgane werden von radikalen Elementen kontrolliert.“
am 18. 3. in der Rede an die Nation

„Sind sie da jetzt völlig verrückt geworden? Panzer, Schützenpanzerwagen und Kanonen! (...) Sind sie total bekloppt? Mehrfachraketenwerfer, Kampfjets im Tiefflug! (...) Sind sie dort jetzt völlig bescheuert geworden, oder was?
am 17. 4. im russischen Staatsfernsehen

über den Westen

„In der Ukraine überschritten die westlichen Partner die rote Linie, verhielten sich grob, verantwortungslos und unprofessionell.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Die Vereinigten Staaten dürfen in Jugoslawien, Irak, Afghanistan und Libyen agieren, aber Russland soll es verwehrt sein, seine Interessen zu verteidigen.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

über Russen im Ausland

„Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurden die Russen zu einem der größten geteilten Völker der Welt. Millionen von Menschen gingen in einem Land ins Bett und erwachten in einem ganz anderen und wurden zur nationalen Minderheit.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

„Ich glaube daran, dass die Europäer, vor allem aber die Deutschen, mich verstehen werden (...). Unser Land hatte das starke Bestreben der Deutschen nach Wiedervereinigung unterstützt. Ich bin sicher, dass sie das nicht vergessen haben und rechne damit, dass Bürger Deutschlands das Bestreben der russischen Welt, ihre Einheit wiederherzustellen, (...) ebenfalls unterstützen werden.“
am 18.3. in der Rede an die Nation

Putin war zuletzt im August in Weißrussland mit Poroschenko zusammengekommen, wo sie sich für einen Waffenstillstand im Osten der Ukraine aussprachen. Das erste direkte Treffen Putins und Poroschenkos nach dessen Amtsübernahme hatte es im Juni im Beisein von Merkel und Hollande am Rande der Feiern zum Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie gegeben.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Vittorio Queri

09.10.2014, 16:20 Uhr

>> Die USA haben die Regierung in Moskau erneut zu einem vollständigen Abzug aller russischen Truppen aus der Ukraine aufgefordert <<

- Wie lange wollen sich die US-Ganoven mit dieser Lüge,

die sie unverschämt weiter verbreiten, keinerlei Beweise für diese Behauptungen haben, noch eine Anhängerschaft in der westlichen Welt sichern, vor allem die mediale Nachplapperanhängerschaft ?

Die Amis haben Russland den Krieg erklärt, die EU-Marionetten ziehen, ohne ihr eigenes Gehirn zu gebrauchen , auf Kosten des Wohlstandes ihrer Bürger mit.

Mal sehen, wann die ersten Maidans in der EU aufflammen !

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