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17.02.2016

19:09 Uhr

Forsa-Umfrage

Mehrheit der Deutschen erwartet kleinere EU

Nur jeder vierte Deutsche glaubt, dass die Zahl der EU-Mitglieder bis 2020 nicht schrumpft. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage. Insbesondere die älteren Wahlberechtigten denken so.

Eurokrise, Flüchtlinge, der drohende „Brexit“ – die Herausforderungen für die EU sind vielseitig. dpa

Gebrochene Europa-Flagge

Eurokrise, Flüchtlinge, der drohende „Brexit“ – die Herausforderungen für die EU sind vielseitig.

BerlinNur noch ein Viertel der Deutschen glaubt einer Umfrage zufolge, dass die EU im Jahr 2020 so viele Mitglieder wie heute haben wird. 54 Prozent der Befragten gehen dagegen davon aus, dass es weniger als die heutigen 28 Staaten sein werden, wie eine Forsa-Erhebung für die Zeitschrift „Internationale Politik“ ergab. Die Umfrage wurde am Mittwoch vorab veröffentlicht.

Auffallend ist der Unterschied zwischen den befragten Altersgruppen. 33 Prozent der 18- bis 29-Jährigen glaubt, dass die EU sogar mehr Mitglieder haben wird – mehr als doppelt so viel wie in allen anderen Altersgruppen. Besonders skeptisch sind die älteren Wahlberechtigten.

Die Krisen der Europäischen Union

EU-kritische Parteien

Populistische Parteien, die sich teils offen gegen die EU oder den Euro stellen, haben in vielen Ländern starken Zulauf. Das gilt beispielsweise für die Front National in Frankreich.

Spaltung der EU

Immer häufiger können sich nicht alle 28 EU-Mitglieder auf eine gemeinsame Linie einigen. Hinzu kommen Spaltungstendenzen in einzelnen EU-Staaten. So könnte sich etwa Katalonien von Spanien lossagen oder Schottland von Großbritannien.

Brexit

Großbritannien will der EU Reformen nach eigenen Vorstellungen abringen. Andernfalls, droht Premierminister David Cameron, könnten seine Landsleute beim geplanten Referendum für einen EU-Austritt („Brexit“) stimmen. Die Verhandlungen sind schwierig, da viele andere EU-Staaten einen britischen Sonderweg ablehnen.

Eurokrise

In dramatischen Verhandlungen zur Rettung Griechenlands vor der Staatspleite wurde 2015 ein Auseinanderbrechen der Eurozone gerade noch verhindert. Das hoch verschuldete Krisenland ist aber immer noch nicht über den Berg. Sorgen macht Brüssel derzeit auch Portugal mit seiner neuen Links-Regierung, denn diese will sich vom Kurs der Budgetsanierung offensichtlich verabschieden. An den Finanzmärkten wird dies sehr kritisch beobachtet.

Flüchtlingskrise

Der Zustrom von Hunderttausenden Flüchtlingen stellt den Zusammenhalt in der EU auf eine schwere Probe. Eine Einigung zur europaweiten Verteilung Asylsuchender ist nicht in Sicht. Beim Schutz der Außengrenzen hapert es. Es droht deshalb der Zerfall des eigentlich grenzkontrollfreien Schengenraums.

Bei den Anhängern der verschiedenen Parteien schert die rechtspopulistische AfD aus: Während die Werte bei den im Bundestag vertretenen Parteien nicht stark abweichen, glauben 80 Prozent der AfD-Anhänger, dass die EU bis 2020 Mitglieder verlieren wird.

Von

rtr

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