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10.03.2016

13:48 Uhr

Forscher gegen den Brexit

Stephen Hawking macht mobil gegen den EU-Ausstieg

Britische Forscher laufen Sturm gegen einen möglichen EU-Ausstieg des Königreichs. In einem offenen Brief warnen sie vor einer „Katastrophe“ für die Wissenschaft – mit hochprominenter Unterstützung.

Der britische Physiker Stephen Hawking spricht sich gegen einen Ausstieg aus der EU aus. dapd

Prominenter Brexit-Gegner

Der britische Physiker Stephen Hawking spricht sich gegen einen Ausstieg aus der EU aus.

LondonMehr als 150 führende Wissenschaftler um Astrophysiker Stephen Hawking haben für den Verbleib Großbritanniens in der EU geworben. Beim „Brexit“ werde auch die Bewegungsfreiheit von Forschern zwischen dem Königreich und Kontinentaleuropa beeinträchtigt, dies wäre „eine Katastrophe“ für die britische Wissenschaft und die Universitäten des Landes, heißt es in einem offenen Brief der Akademiker, den die „Times“ am Donnerstag veröffentlichte.

Die Unterzeichner – Mathematiker, Ingenieure, Natur- und Wirtschaftswissenschaftler – gehören alle der Royal Society an, der führenden britischen Wissenschaftsinstitution. Initiator des Briefes ist der Chemiker Alan Fersht. In dem Schreiben heißt es, die Wissenschaft sei entscheidend für das dauerhafte Wohlergehen Großbritanniens, und durch die EU-Mitgliedschaft sei mehr Geld in die Forschung geflossen. Auch das habe es ermöglicht, die besten Wissenschaftstalente aus Europa nach Großbritannien zu holen.

Die geplanten EU-Zugeständnisse für GB

VERHÄLTNIS EUROZONE ZU NICHT-EURO-STAATEN

Für Nicht-Euro-Staaten wie Großbritannien wird ein neues Verfahren überlegt, um mehr Einfluss auf neue EU-Gesetzgebung zu nehmen. Frankreich hat Bedenken und fürchtet beispielsweise Alleingänge Londons bei der Finanzmarktregulierung zum Nachteil des Finanzplatzes Paris.

SOZIALLEISTUNGEN FÜR EU-BÜRGER

Tusk schlägt eine „Notbremse“ vor, die bei außergewöhnlich starker Zuwanderung von EU-Bürgern gezogen werden kann. Dann könnten bestimmte Sozialleistungen für neu Ankommende beschränkt werden. Das Verfahren ist de facto auf Großbritannien zugeschnitten. Die EU-Kommission will die Möglichkeit für alle Staaten eröffnen, Kindergeld an die Lebenshaltungskosten anzupassen, wenn die Nachkommen nicht im Land des Arbeitnehmers leben.

BÜROKRATIEABBAU

Die Wettbewerbsfähigkeit der Union soll gesteigert werden. Das kommt Cameron entgegen, der insbesondere auf Bürokratieabbau pocht.

ABSTAND ZUR EU

Großbritannien bekommt die Zusicherung, sich politisch nicht weiter in die EU integrieren zu müssen. Das soll möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in den EU-Verträgen verankert werden. Paris lehnt allerdings Vertragsänderungen offen ab.

Die Briten sollen am 23. Juni in einem Referendum über die weitere EU-Mitgliedschaft ihres Landes abstimmen. Um einen Austritt zu verhindern, sagten die EU-Partner der britischen Regierung ein Mitspracherecht bei für London relevanten Entscheidungen der Eurozone zu. Großbritannien wurde zudem die Möglichkeit zugestanden, neu zugezogenen EU-Ausländern bis zu vier Jahre lang Sozialleistungen zu verwehren. In Umfragen liegen die EU-Befürworter derzeit knapp in Führung.

Von

afp

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