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01.01.2012

15:56 Uhr

Forschungsreaktor

Iran testet ersten eigenen Atombrennstab

Nach eigenen Angaben hat die iranische Atomenergiebehörde ihren ersten Atombrennstab aus Uranenz hergestellt. In einem Forschungsreaktor in Teheran soll er bereits auf seine Tauglichkeit überprüft worden sein.

Das umstrittene iranische Atomkraftwerk Buschehr. dpa

Das umstrittene iranische Atomkraftwerk Buschehr.

TeheranDer Iran hat nach eigenen Angaben den ersten aus eigenen Uranerz-Vorkommen hergestellten Atombrennstab getestet. Wissenschaftler hätten den Brennstab in den Kern eines Forschungsreaktors in Teheran eingeführt, um seine Tauglichkeit zu prüfen, teilte die iranische Atomenergiebehörde am Sonntag auf ihrer Internetseite mit. Der Teheraner Reaktor dient offiziell medizinischen Zwecken.

Die bisher dort eingesetzten Brennstäbe hatte das Land im Jahr 1993 aus Argentinien gekauft, die Vorräte sind inzwischen aber fast aufgebraucht. Der Reaktor in Teheran arbeitet mit Brennstäben, in denen das Uran auf 20 Prozent angereichert ist. Dies ist eine wesentlich höhere Konzentration, als sie im von Russland errichteten Atomkraftwerk Buschehr benötigt wird.

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Satellitenaufnahmen legen nahe, dass iranische Atomforscher offenbar ihre Spuren verwischen wollen. Die Bilder zeigen erhöhtes Verkehrsaufkommen rund um die verdächtige Anlage südwestlich von Teheran.

Im Jahr 2009 hatte Teheran einen Vorschlag abgelehnt, 1200 Kilogramm schwach angereicherten Urans in Russland zu deponieren, um im Gegenzug Brennstäbe für den Forschungsreaktor in Teheran zu erhalten. Im vergangenen August teilte die Atomenergiebehörde des Landes mit, für den Reaktor genügend Uran auf 20 Prozent angereichert zu haben und auch höher angereichertes Uran produzieren zu können.

Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, unter dem Vorwand der zivilen Kernkraftnutzung nach Atomwaffen zu streben. Die iranische Regierung weist dies zurück. Die Urananreicherung steht im Zentrum des Streits, weil angereichertes Uran zivil, aber auch zum Bau von Atombomben genutzt werden. Dabei ist der Grad der Anreicherung ausschlaggebend.

Kommentare (2)

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Fritz

01.01.2012, 17:45 Uhr

Es stellt sich die frage , ob ein Erdbeben wie gestern in Tokio das Atomprogramm der Islamischen Teppichknüpfer nicht sofort und endgültig beenden würde ?
Der Iran ist ebenso wie Japan ein Erdbeben aktives Gebiet !!!

vandale

01.01.2012, 18:36 Uhr

Hallo Fritz, Iran ist ähnlich Japan eine Erdbebenzone. Kernkraftwerke sind aufgrund der massiven Bauweise mit sehr viel Stahl bestens gegenüber Erdbeben geschützt. In Japan hatten die Erbeben letzten Jahres keine funktionalen Schäden in den nuklearen Teilen der Kernkraftwerke ausgelöst. Erst eine Flutwelle führte zu Unfällen in 4 Reaktoren eines Kraftwerkskomplexes mit insgesamt 5 Todesopfern verursacht durch Ertrinken/Aufzug im Verwaltungsgebäude abgestürzt, an Überarbeitung gestorben. Eine Raffinerie ist ausgebrannt, 24 Todesopfer, die Umgebung chemisch kontaminiert, ein Staudamm war gebrochen. Insofern werden auch die iranischen Reaktoren ein Erdbeben überstehen.

Grundsätzlich bieten sich Kernkraftwerke aufgrund des geringen Risikopotentials und der sehr massiven Bauweise gerade auch in Erdbebengebieten an.

Vandale

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