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03.01.2013

07:02 Uhr

Fracking

Behörden streiten über neue Gasfördertechnik

ExklusivZwei Gutachten, zwei Ergebnisse: Während das Umweltbundesamt die Fracking-Technologie kritisch sehen, sagen Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften: „Ein umweltverträglicher Einsatz der Technologie möglich“.

In den USA sorgt Fracking für einen Boom. dapd

In den USA sorgt Fracking für einen Boom.

BerlinDie ablehnende Haltung der Bundesregierung gegenüber der Förderung unkonventioneller Erdgasvorkommen mit der umstrittenen Fracking-Technologie fußt auf fehlerhaften Annahmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Stellungnahme der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe) vorliegt. Nach Einschätzung der Experten ist „grundsätzlich ein umweltverträglicher Einsatz der Technologie möglich“.

Das Papier ist politisch brisant – und wird deshalb von der Bundesregierung unter Verschluss gehalten. Es wurde im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums angefertigt, um ein Gutachten des Umweltbundesamtes (UBA) zu bewerten, das wiederum vom Bundesumweltministerium in Auftrag gegeben worden war. Die UBA-Gutachter warnen vor dem Einsatz der Fracking-Technologie, weil dadurch das Grundwasser verunreinigt werden könnte.

Beim Fracking wird mit Chemikalien versetztes Wasser unter hohem Druck in die Tiefe gepumpt, um dort gashaltige Gesteinsschichten aufzubrechen. So wird bislang nicht förderbares Gas freigesetzt und kann anschließend an die Erdoberfläche gebracht werden. Dabei geht es um beachtliche Mengen: Die Gasvorräte, die man mit Fracking in Deutschland erschließen könnte, würden ausreichen, um den Gasbedarf hierzulande für 13 Jahre komplett zu decken.

Die Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe werfen ihren Kollegen beim Umweltbundesamt vor, wissenschaftlich ungenau zu arbeiten und Tatsachen zu ignorieren. Durchaus süffisant merken die Verfasser der Stellungnahme an, in dem UBA-Gutachten werde irrtümlich Grundwasser mit Trinkwasser gleichgesetzt.

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Kommentare (39)

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Account gelöscht!

03.01.2013, 08:21 Uhr

Die Summe der Förderung in Deutschland ist so gering, das sich das Risiko nicht lohnt. Das Öl läuft auch nicht davon. Ich würde abwarten, andere Förderungen beobachten und in ein paar Jahren entsprechende Entscheidungen fällen.

Sonst kostet es uns später mehr, als es einbringt. Siehe, Asbest-, Plastik- und Styropor- oder Kernkraftentsorgung etc.

Account gelöscht!

03.01.2013, 08:37 Uhr

Durchaus süffisant merken die Verfasser der Stellungnahme an, in dem UBA-Gutachten werde irrtümlich Grundwasser mit Trinkwasser gleichgesetzt.

Würde bedeuten, daß eine Vermischung von Grundwasser und Trinkwasser zu 100% auch in Zukunft ausgeschlossen werden kann.

Wird diese Garantie von einer GmbH ausgestellt?

Schönen Tag noch.

vandale

03.01.2013, 09:25 Uhr

Trinkwasser und Gundwasser ist nicht identisch.

Die tieferen Grundwasservorkommen sind häufig so mineralienreich, versalzen, dass diese nicht als Trinkwasser genutzt werden können.

Vandale

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