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01.04.2017

16:20 Uhr

François Fillon

Frankreich könnte Schicksal Griechenlands drohen

Frankreich belegt Platz sieben der am stärksten verschuldeten EU-Länder. Kurz vor der Präsidentschaftswahl wirbt Kandidat Fillon deshalb erneut für einen Sparkurs – und vergleicht Frankreich mit Griechenland.

Der Präsidentschaftskandidat befürchtet, dass Frankreich das gleiche Schicksal wie dem schuldengeplagten Griechenland droht. AFP; Files; Francois Guillot

François Fillon

Der Präsidentschaftskandidat befürchtet, dass Frankreich das gleiche Schicksal wie dem schuldengeplagten Griechenland droht.

BigugliaRund drei Wochen vor der Präsidentenwahl in Frankreich macht der konservative Kandidat François Fillon mit drastischen Vergleichen Werbung für den von ihm propagierten Sparkurs. Seinem Land drohe dasselbe Schicksal wie dem schuldengeplagten Griechenland, sagte der ehemalige Ministerpräsident am Samstag auf Korsika. Frankreich als Staat stehe vor dem Scheitern.

„Unser Schuldenstand zwingt uns dazu, an den internationalen Märkten täglich Milliarden von Euro aufzunehmen“, kritisierte Fillon. Er hat angekündigt, 100 Milliarden Euro Staatsausgaben einzusparen und 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst zu streichen. Frankreich lag laut der Statistikbehörde Eurostat mit Schulden von etwas mehr als 96 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2015 auf Platz sieben der am stärksten verschuldeten EU-Länder, Griechenland mit gut 177 Prozent auf Platz eins.

Innenpolitisch haben Fillons Äußerungen auf Korsika besondere Brisanz, weil er dort schon vor zehn Jahren mit Bemerkungen zum „scheiternden Staat“ einen Sturm der Entrüstung ausgelöst hatte. Damals war er Ministerpräsident unter Präsident Nicolas Sarkozy, der das Amt gerade von dem ebenfalls konservativen Jacques Chirac übernommen hatte.

Im November 2016 schlug Fillon Sarkozy in den parteiinternen Vorwahlen, doch seinen Favoritenstatus für die Präsidentenwahl hat er nach Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Familienmitgliedern verloren: Umfragen zufolge muss er sich in der ersten Wahlrunde am 23. April dem Unabhängigen Emmanuel Macron sowie Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National geschlagen geben. In der zweiten Runde am 7. Mai wird Macron der Sieg vorhergesagt.

Von

rtr

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