Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.03.2017

10:56 Uhr

François Fillon

„Justiz wird meine Unschuld feststellen“

Nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zeigt sich der französische Präsidentschaftskandidat der Konservativen, François Fillon, überzeugt, dass die Justiz seine Unschuld feststellen wird.

Französischer Präsidentschaftskandidat

Verfahren gegen Fillon – Hat er unrechtmäßig Steuergelder kassiert?

Französischer Präsidentschaftskandidat : Verfahren gegen Fillon – Hat er unrechtmäßig Steuergelder kassiert?

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

ParisNach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon hat der Konservative erneut seine Unschuld beteuert. „Ich bin überzeugt, dass die Justiz diese Unschuld feststellen wird, auch wenn das Zeit braucht“, sagte Fillon am Mittwoch dem Sender „Radio Classique“. Fillon steht wegen des Verdachts einer Scheinbeschäftigung seiner Frau als parlamentarische Mitarbeiterin seit Wochen unter Druck.

Am Dienstag hatte die Justiz ein förmliches Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, sie prüft den Verdacht einer Hinterziehung von Staatsgeldern. Fillon beteuerte erneut, dass seine Frau jahrelang mit ihm gearbeitet habe, „wie es der Fall von Hunderten Abgeordneten ist, in der Vergangenheit und aktuell“.

Wichtige Kandidaten der französischen Präsidentenwahl

Marine Le Pen

Die Rechtspopulistin von der Front National (FN) vertritt radikale Positionen im Hinblick auf Europa und Ausländer. In Umfragen für die erste Wahlrunde im April liegt die 48-Jährige seit Wochen vorne, zuletzt kam sie auf Werte zwischen 26 und 28 Prozent.

François Fillon

Der Spitzenkandidat der bürgerlichen Rechten galt lange als Favorit der Wahl. Doch wegen der Affäre um den Parlamentsjob seiner Frau verlor der 62-Jährige Sympathiepunkte. Nach aktuellen Umfragen liegt er bei etwa 20 Prozent - und muss damit um den Einzug in die entscheidende Stichwahl zittern. Die französische Justiz prüft Vorwürfe, wonach Fillons Frau nur zum Schein als seine parlamentarische Mitarbeiterin angestellt war. Fillon wies die Vorwürfe mehrfach zurück.

Emmanuel Macron

Der Politjungstar positioniert sich weder links noch rechts. Über Wochen war der unabhängige Bewerber, früher Wirtschaftsminister unter Präsident François Hollande, im Aufwind. Doch umstrittene Äußerungen über Frankreichs Kolonialvergangenheit brachten den 39-Jährigen zuletzt in Bedrängnis. In Umfragen liefert er sich derzeit ein enges Rennen mit Fillon um den Einzug in die Stichwahl. Konservative werfen Macron vor, das Programm für den glücklosen Sozialisten Hollande gemacht zu haben. Hollande tritt nicht mehr an.

Benoît Hamon

Der 49 Jahre alte Ex-Bildungsminister setzte sich in einer Vorwahl als Spitzenkandidaten der angeschlagenen Sozialisten durch. Er will mit der Hollande-Ära brechen und einen neuen Kurs einschlagen, bei dem grüne Themen eine wichtige Rolle spielen. Er gilt zurzeit als „vierter Mann“ bei der Wahl.

Jean-Luc Mélenchon

Mit 65 Jahren ist der Linkenführer der älteste unter den wichtigen Kandidaten. Der von der kommunistischen Partei (PCF) unterstützte Anwärter könnte laut Umfragen bei der ersten Runde etwas mehr zehn Prozent der Stimmen erhalten. Mélenchon gilt als brillanter Redner und ist ein harter Kritiker der deutschen Sparpolitik.

Der 63-Jährige verteidigte seine Entscheidung, trotz des Verfahrens Kandidat zu bleiben. „Es gibt eine Instrumentalisierung der Affären gegen mich, mit einem Ziel: mich daran zu hindern, Kandidat für die Präsidentenwahl zu sein“, sagte er.

Frankreich wählt seinen neuen Staatschef in zwei Wahlgängen am 23. April und am 7. Mai. Fillon war nach Bekanntwerden der Vorwürfe in den Umfragen abgerutscht und liegt derzeit auf dem dritten Platz hinter der Rechtspopulistin Marine Le Pen und dem sozialliberalen Bewerber Emmanuel Macron, der nun als Favorit für den Sieg bei der Stichwahl gilt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×