Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.04.2012

12:32 Uhr

François Hollande

„Kein Stabipakt ohne Wachstumsprogramm"

VonThomas Hanke

ExklusivDie Franzosen lieben den Sozialisten François Hollande mehr als ihren Präsidenten Sarkozy. Er könnte nach der Wahl der neue starke Mann an Deutschlands Seite sein. Die Achse Paris-Berlin muss dann einiges aushalten.

Francois Hollande läge laut Umfragen bei einer Stichwahl gegen Nicolas Sarkozy vorne. AFP

Francois Hollande läge laut Umfragen bei einer Stichwahl gegen Nicolas Sarkozy vorne.

Handelsblatt: Monsieur Hollande, Sie wollen den Franzosen ihr Selbstvertrauen zurückgeben. Aber warum sollten sie Ihnen vertrauen?
François Hollande: Seit fast einem Jahr habe ich mein Projekt beharrlich und transparent entwickelt. Ich habe Kurs gehalten, präzise die Kosten beziffert, die Einsparungen und die Investitionen, die nötig sind, um Frankreich zu sanieren. Ich glaube, die Franzosen werden mir ihr Vertrauen schenken, weil mein Programm glaubwürdig ist.

Was ist Ihre Botschaft?

Ich will Frankreich auf gerechte Weise sanieren und aufrichten. Dafür sind solide öffentliche Finanzen und Steuergerechtigkeit ebenso nötig wie die Förderung des Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung durch ein ehrgeiziges Programm für Frankreich und Europa. Dazu gehören auch ein zukunftsfähiges Bildungssystem und die Vorbereitung der Energiewende.

Die Deutschen fragen sich, ob Sie ein Partner bei der Stärkung der Euro-Zone wären - oder eher das Engagement Frankreichs schwächen würden.

In den vergangenen fünf Jahren hat die französische Regierung ihre europäischen Verpflichtungen nicht eingehalten. Ich stehe dafür ein, im nächsten Jahr das Staatsdefizit auf drei Prozent zu senken und 2017 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen.

Warum wollen Sie dann den Fiskalvertrag neu verhandeln?

Nur eine Strategie für Wachstum kann Europa aus der Misere bringen. Alle EU-Länder, sogar Deutschland, leiden unter mangelnder wirtschaftlicher Dynamik. Weil wir uns nicht abstimmen, gibt es keine gemeinsame Initiative zur Belebung. Eine stärkere Disziplin bei den nationalen Budgets ist notwendig - aber zugleich dürfen wir nicht sparen um des Sparens willen. Ich will den Vertrag deshalb ergänzen durch Maßnahmen, die Wachstum und Beschäftigung begünstigen.

Da reicht doch ein Zusatz - warum wollen Sie alles neu verhandeln?

Ich will die europäischen Verhandlungen fortsetzen mit dem Ziel, sehr schnell konkrete Fortschritte zu erreichen: "Project-Bonds" für europäische Investitionen, zusätzliche Darlehen der Europäischen Investitionsbank für industrielle Vorhaben, Energie und Infrastruktur. Wir müssen auch darüber diskutieren, wie die Europäische Zentralbank stärker eingreifen kann, um die Spekulation gegen die Staatsfinanzen zu bremsen.

Kommentare (23)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

sterbende_demokratie

18.04.2012, 12:38 Uhr

...mit deutschen Steuergeldern!

Account gelöscht!

18.04.2012, 12:48 Uhr

Es ist notwendig, das Defizit zu verringern...

Noch NIE hatte eine sozialistische Parteiführung die Finanzen im Griff (Die Konservativen leider auch nicht mehr!).
Die Franzosen werden unter Hollande, das Letzte aus der EZB rausquetschen. Für neue Projekte, Wachstum und noch mehr Beamte. War immer so wird immer so bleiben, gute Nacht EU

Account gelöscht!

18.04.2012, 12:56 Uhr

Als wenn die EZB eine Wachstumsmaschine wäre. Gebt den Ländern wieder ihr eigenen Geld und sie können drucken wie sie wollen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×