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02.05.2012

16:28 Uhr

Francois Hollande

Kometen und schwarze Löcher in der Galaxie Hollande

VonThomas Hanke

Der Sozialist Hollande geht mit klarem Vorsprung in die entscheidende Stichwahl mit Sarkozy. In seiner Partei bereiten sich schon alte Vertraute, junge Emporkömmlinge und frühere Erzfeinde auf die große Karriere vor.

Hollande: Mit welchen neuen Gesichtern schmückt er den Machtwechsel? AFP

Hollande: Mit welchen neuen Gesichtern schmückt er den Machtwechsel?

ParisJe näher der Wahltag 6.Mai und damit der mögliche Sieg des Sozialisten Francois Hollande rückt, desto emsiger dreht sich das Karussell der Spekulationen: Wer wird was in einer Regierung, die der neue Staatspräsident zusammenstellen kann? Wen befördert er, wer geht leer aus? Mit welchen neuen Gesichtern schmückt er den Machtwechsel? Auch wenn Hollande seine Mitstreiter mehrfach in scharfer Form davor gewarnt hat, das Fell des Bären zu verteilen, ehe der erlegt ist: Nicht nur die Interessierten selber, sondern auch die französische Öffentlichkeit und die Wirtschaft überlegen, wer sie möglicherweise demnächst regieren wird. 

Für die Deutschen sind die meisten Namen der „Galaxie Hollande“ völlig neu. Aber es sind auch einige Altvertraute dabei. Wie immer, wenn eine Partei nach Jahren wieder an die Macht kommt - bei den französischen Sozialisten hat die Durststrecke „nur“ zehn Jahre gedauert, denn bis 2002 stellten sie immerhin den Premier und die Ressortchefs, wenn auch nicht den Staatspräsidenten - wird es eine Mischung geben: Da sind die mit Regierung und Verwaltung bereits Vertrauten, auf deren Erfahrung der neue Chef nicht verzichten kann und will; dann die jungen Stars, die mit großem Ehrgeiz während der langen Wahlkampagne ihr Talent bewiesen haben und nun darauf hoffen, dass ihr Einsatz entlohnt wird.

Das Netzwerk des François Hollande

André Vallini

Gehört ebenfalls zu denen, auf die Hollande sich verlässt. Heißer Anwärter auf den Posten des Justizministers.

Arnaud Montebourg

Beliebter Globalisierungsgegner mit Vorliebe für griffige Polemiken. Wäre fast über seine deutschlandfeindlichen Äußerungen gestolpert.

Jean-Marc Ayrault

Ruhig, professionell und seit 15 Jahren ein Vertrauter des Kandidaten. Der Deutschland-Kenner hat beste Chancen, nach der Wahl Premierminister zu werden.

Laurent Fabius

War Premier unter Francois Mitterrand und ist ein alter Gegner Hollandes. Spekuliert trotzdem auf das Außenministerium.

Manuel Valls

Kommunikationschef von Hollandes Kampagne. Extrem ehrgeizig, aber nicht immer mit dem richtigen Fingerspitzengefühl gesegnet.

Marisol Touraine

Expertin für Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Könnte Arbeitsministerin werden.

Martine Aubry

Die Parteivorsitzende war eine scharfe Kritikerin Hollandes. Doch nach der Wahl würde sie gerne Premierministerin  werden .

Michel Sapin

Der Autor von Hollandes Wahlprogramm ist einer seiner ältesten Freunde. Er war bereits Finanzminister - und könnte es wieder werden.

Pierre Moscovici

War früher Europaminister - und würde es gerne wieder. Oder noch mehr.

Ségolène Royal

Die sozialistische Kandidatin von 2007 hat sich 2006 von Hollande getrennt. Ihre politische Feindschaft haben die beiden inzwischen begraben.

Stéphane Le Foll

Auch er zählt zu den engsten Getreuen. Der Bretone ist als Europa- oder Landwirtschaftsminister im Gespräch.

Valérie Trierweiler

Die Lebensgefährtin Hollandes war Journalistin - bis sie begonnen hat, im Wahlkampf auch öffentlich als Frau an seiner Seite in Erscheinung zu treten.

Delphine Batho

Hollande-Sprecherin, Expertin für innere Sicherheit und frühere Vertraute von Ségolène Royal. Abgeordnete der Nationalversammlung.

Henri de Castris

Axa-Chef, Hollande-Freund. Hat mit ihm zusammen die Eliteschule ENA absolviert.

Gérard Mestrallet

Leitet den Energie-Multi GDF Suez. Wichtiger Gesprächspartner von Hollande.

Jean-Pierre Jouyet

Der Sozialist leitet die Finanzaufsicht AMF. Eng mit Hollande befreundet und wichtiger Ratgeber für Fragen der Finanzmärkte.

Emmanuel Macron

Partner von Rothschild & Cie. Hat an Hollandes Wirtschaftsprogramm mitgewirkt und könnte eventuell mit in die Leitung des Präsidialamtes berufen werden.  

Mathieu Pigasse

Europa-Vizechef der Bank Lazard. Aktionär von Le Monde und Anhänger von Hollande.

Und es gibt den ganz engen Kreis der Leute, denen Hollande wirklich vertraut: Sie haben auch dann zu ihm gehalten, als er von den meisten Parteifreunden wie ein Aussätziger gemieden wurde, nachdem er 2008 den Parteivorsitz verloren hatte und mit Anfang 50 schon als politische Leiche galt.
Zu dieser kleinen Gruppe der Verschworenen zählt Michel Sapin. Der joviale 60-jährige, der bereits Anfang der 90er-Jahre und von 2000 bis 2002 Minister war, hat auch in den dunkelsten Stunden Hollande die Treue gehalten. Er ist nicht nur der Architekt seines politischen Programms, sondern auch Hollandes Antenne in die Wirtschaft. Gleichzeitig soll der frühere Finanzminister ein Unterpfand dafür sein, dass die neue Regierung sich nicht wie eine Truppe blutiger Anfänger aufführt. Er käme als Superminister für Finanzen und Wirtschaft in Frage.

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In den vergangenen Wochen gehörte es zu Sapins vielen Aufgaben, die Marktteilnehmer auf den neuen Präsidenten vorzubereiten, mit Investoren zu reden, um genau das zu verhindern, worauf der Amtsinhaber Nicolas Sarkozy spekuliert: eine Panikwelle nach Hollandes Sieg, ein Angriff auf die französische Staatsschuld und steigende Zinsen.

Auch wenn er nicht zur Riege der alten Kumpel zählt, muss man in diesem Kontext einen weiteren Namen nennen: Emmanuel Macron.  Er ist Partner von Rothschild & Cie und hat lange im französischen Tresor gearbeitet. Formal nur ein Teil des Finanzministeriums, ist der Tresor die finanzpolitische Leitzentrale des Staates und sein Talentpool: Aus dem Schatzamt kamen in den vergangenen Jahren häufig die Leiter des Präsidialamtes. Einer seiner früheren Chefs, Benoit Coeuré, sitzt heute im Direktorium der EZB. 

Kommentare (3)

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aruba

02.05.2012, 18:14 Uhr

Guten Tag,... Geben Sie dem Mann doch eine Chance;... Mitterand war auch ein Sozialist..... und hat mit " Birne " Haendchen gehalten. Ich bin weder Sozialist noch Sarkozyst.... jedoch glaube Ich dass vor einigen Jahren Madame Royale die bessere Wahl gewesen waere. Diese Frau sieht noch nach " Dame " aus,.... Hingegen auf der anderen Seite " du Rhin " ...... Na Sie wissen schon was Ich meine. Ob Schwarze oder Arschloecher;.... es ist eh egal wer oben sitzt;.... Das Pack fuellt sich die Taschen und er kleine Mann kann krepieren. Ob links vom Rhein oder rechts vom Rhein. Merci de votre attention.

Account gelöscht!

02.05.2012, 18:49 Uhr

Ist doch völlig wurscht wer da gewählt wird, er macht genau wie hier, was er will...was soll das ganze Theater. Die Leute die da stehen und auch noch wählen und jubeln scheinen echt einen an der Klatsche zu haben wenn die wirklich im Glauben sind, die da oben regeln irgendwas, was uns alle angeht. Vergesst das mal ganz schnell wieder.

svebes

06.05.2012, 18:56 Uhr

und alle kommen sie von der gleichen Eliteschule und speisen hinter geschlosenen Türen hervrorragen und einmütig miteinander. Das ist doch nur die kurze Show fürs dumme VOll. Also das gleiche wie hier. SPD, CDU, FDP egal, quasi sch..egal.

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