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10.11.2016

20:11 Uhr

Frank-Walter Steinmeier über Trump

„Die ganze außenpolitische Community tappt im Dunkeln“

Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten fordert Außenminister Steinmeier, dass dieser seinen außenpolitischen Kurs schnell festlegt. Die Bundesregierung werde jedenfalls ihre Sicht der Dinge deutlich machen.

Der Bundesaußenminister hatte Donald Trump noch im August einen „Hassprediger“ genannt. AFP; Files; Francois Guillot

Frank-Walter Steinmeier (SPD)

Der Bundesaußenminister hatte Donald Trump noch im August einen „Hassprediger“ genannt.

HamburgBundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) dringt darauf, dass der künftige US-Präsident Donald Trump bald seine außenpolitischen Ziele festlegt. „Es ist dringend, dass die neue Administration sich nun schnell sortiert und Positionen der neuen US-Regierung entwickelt“, sagte Steinmeier am Donnerstag „Spiegel Online“. Die Bundesregierung werde jedenfalls ihre Sicht der Dinge deutlich machen.

„Ich weiß aus zahlreichen Gesprächen mit europäischen Nachbarn, wie irritiert sie über abschätzige Äußerungen über die Nato und Nato-Partner sind“, sagte Steinmeier in dem Interview über Trumps Äußerungen im Wahlkampf. Abgesehen davon seien bei dem rechtspopulistischen Immobilienmilliardär sehr viele außenpolitische Fragen offen.

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Steinmeier berichtete, er habe mehrfach mit Henry Kissinger in New York über den zu erwartenden außenpolitischen Inhalt und das Personal von Donald Trump gesprochen. „Auch der ehemalige republikanische US-Außenminister, zu dem noch jeder amerikanische Politiker in der Hoffnung auf guten Rat gepilgert ist, wusste keine Antwort. Und mit ihm tappt die ganze außenpolitische Community in Washington im Dunklen“, sagte Steinmeier.

Zugleich rechtfertigte der Bundesaußenminister seine Bemerkung vom August, Trump sei ein „Hassprediger“. „Wie in den USA Wahlkampf gemacht wurde – die Dinge, die gesagt wurden und der Ton, der dabei angeschlagen wurde – das hat mich verstört und nicht nur mich“, sagte Steinmeier. „Dass Donald Trump seinen Anteil an der scheinbar grenzenlosen Konfrontation hatte, wird doch niemand bestreiten. Aber jetzt kommt es darauf an, ob der Präsident Trump genauso handelt wie der Wahlkämpfer Trump“, mahnte der SPD-Politiker.

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Trump hatte die US-Präsidentschaftswahl am Dienstag überraschend gegen die demokratische Ex-Außenministerin Hillary Clinton gewonnen. Dem Urnengang war ein außergewöhnlich erbitterter Wahlkampf vorausgegangen.

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