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09.08.2012

19:16 Uhr

Frankfkreichs Ex-Staatschef

Speedy Sarkozy will schon wieder bombardieren

VonThomas Hanke

Nach drei Monaten Zurückhaltung meldet sich der französische Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy in der Politik zurück - und fordert gleich einen Militärschlag gegen Syrien. Ganz so, als säße er noch im Elysée-Palast.

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. AFP

Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

ParisDrei Monate lang hat er Ruhe gegeben, nun hält er es nicht mehr aus: Frankreichs im Mai abgewählter Staatspräsident Nicolas Sarkozy meldet sich mit einem Vorstoß zu Syrien in der Politik zurück. In einem Kommuniqué, das von Abdelbasset Sieda, einem der Führer der syrischen Opposition mit unterzeichnet ist, fordert Sarkozy ein "rasches Eingreifen der internationalen Gemeinschaft, um Massaker in Syrien zu verhindern." Es gebe eine gleiche Lage wie in Libyen im vergangenen Jahr. Im Klartext: Frankreich soll einen Militärschlag gegen Syrien starten.

Als säße er noch im Elysée-Palast, ließ Sarkozy verlautbaren, er habe "40 Minuten mit Sieda telefoniert, dabei gab es eine vollständige Übereinstimmung." Doch Sarko ist nicht mehr Präsident, er ist seit drei Monaten im Dauerurlaub. Derzeit radelt er von der Sommerresidenz seiner Frau Carla Bruni-Sarkozy in Südfrankreich aus jeden Tag in die Berge. Er hat nur noch ein Amt: Mitglied des Verfassungsrates. Das erlegt ihm Zurückhaltung in allen politischen Fragen auf. Doch Zurückhaltung und Sarkozy, das ist ein Widerspruch in sich.

Abschied: Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy verlassen den Elysée-Palast. Reuters

Abschied: Nicolas Sarkozy und seine Frau Carla Bruni-Sarkozy verlassen den Elysée-Palast.

Seine Anhänger hofften seit Wochen auf ein starkes Wort ihres gescheiterten Führers, der keinen geborenen Nachfolger hinterlassen hat. Seine Partei UMP zerfleischt sich gerade in einem Kampf um die Führung. Bei den Funktionären beliebt ist Generalsekretär Jean-François Copé, doch bei den Wählern kommt Ex-Premier François Fillon wesentlich besser an: 70 bis 80 Prozent ziehen ihn Copé vor. Doch Fillons Ansehen hat einen ordentlichen Dämpfer erhalten: Vergangene Woche wurde bekannt, dass er sich bei einer Fahrt mit dem Motorroller das Bein brach, als er auf dem Anwesen von Fiat-Chef Luca Cordero di Montezemolo auf Capri urlaubte. Diese Art von Schnorrer-Urlauben auf den Yachten oder Luxusanwesen von Milliardären hat Sarkozys Image völlig ruiniert.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

09.08.2012, 19:54 Uhr

Syrien steht im Zentrum des Kriegs um Erdgas

"...die Kämpfe um die Kontrolle von Syrien und Libanon mit zunehmender Intensität zutage und lassen auch die aufstrebende Rolle Frankreichs erkennen, das das östliche Mittelmeer als sein historisches Einflussgebiet mit ewigen Interessensansprüchen betrachtet. Der heutige Anspruch Frankreichs folgt einer langen Phase strategischer Abwesenheit nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit anderen Worten: Frankreich will eine Rolle in der Welt (der Gasversorgung) spielen, in der es in gewisser Weise seine «Krankenversicherung» in Libyen erworben hat und nun eine «Lebensversicherung» in Syrien und Libanon erwerben will."

http://www.zeit-fragen.ch/index.php?id=882

Lesenswert! Und im übrigen eine sehr gute seriöse web-site, auf der man Informationen bekommen kann, anders als hier...

Sarkozy_liebt_Bomben

09.08.2012, 20:07 Uhr

So ein paar pipelines können auch schon etwas beunruhigen.
Und erst recht gerade in Klump gehende Pipeline-Ideen.
Das ist alles nicht sehr schön.
Viel schöner wären da doch ein paar Bomben auf die syrische Zivilbevölkerung: weil, die weiß nämlich ganz genau was da gerade los ist in Syrien.
Aber dass Sarkozy es wie Nixon macht: bomb them out.
Das wundert keinen, das merkt doch keiner.

gruene_Flakhelfer

09.08.2012, 20:42 Uhr

Claudia Roth hatte es heute im Deutschlandradio gesagt:
Die Russen und die Chinesen sind das Problem.
Sie hatte sich in die Türkei anrufen lassen.

Ja, da sind doch die Weltprobleme aller klargelegt.

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