Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.11.2012

02:05 Uhr

Frankreich

Arbeitslosenzahl steigt auf höchsten Stand seit 1998

Die Arbeitslosenzahl in Frankreich ist auf den höchsten Stand seit 14 Jahren gestiegen. Die Quote ist damit mittlerweile doppelt so hoch wie in Deutschland.

Arbeitslose stehen Schlange vor der Arbeitsagentur in Paris. dpa

Arbeitslose stehen Schlange vor der Arbeitsagentur in Paris.

ParisDie Zahl der Arbeitslosen in Frankreich ist auf den höchsten Stand seit 14 Jahren gestiegen. Ende Oktober waren in der nach Deutschland zweitgrößten Euro-Volkswirtschaft 3,103 Millionen Menschen auf Jobsuche, wie das Arbeitsministerium am Dienstagabend in Paris mitteilte. Dies entsprach einem Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat und einem Zuwachs um 10,6 Prozent im Vergleich zum Oktober 2011.

Die Krise auf dem Arbeitsmarkt belastet mittlerweile auch den neuen sozialistischen Präsidenten François Hollande. Er verlor in Umfragen zuletzt deutlich an Zustimmung und steht unter Druck, möglichst schnell tiefgreifende Reformen des Arbeitsmarktes durchzuführen. Die Zahl der Menschen ohne Job stieg im Oktober bereits den 18. Monat in Folge.

Die Arbeitslosenquote in Frankreich liegt mittlerweile doppelt so hoch wie in Deutschland. Nach jüngsten Vergleichszahlen der Europäischen Statistikbehörde Eurostat lag sie in Frankreich im September bei 10,8 Prozent, in Deutschland hingegen nur bei 5,4 Prozent.

Von

dpa

Kommentare (11)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Machiavelli

28.11.2012, 05:07 Uhr

Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
Dazu kommt dass die Gewinne die deutsche Konzerne über den Export nach Italien erzielen sehr oft in Nicht-Euro-Ausland investiert wurden, besonders in die ehemalige Länder des Ost-Blocks.
Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

DeutscherMichel

28.11.2012, 05:09 Uhr

Lieber Herr Machiavelli,
1. Wir Deutsche leben z.Z. wie Gott in Frankreich und z.T. auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit dank unseres Leistungsbilanzüberschusses exportieren (16 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit circa 17 Jahren)
2. Die paar Milliarden die wir jährlich netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
3. Den meisten Deutsche geht es besser als anderen EU-Bürger, außerdem ist es egal wie es den anderen EU-Ländern geht, und wenn in Griechenland, Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann und Sie bestimmt nicht und mich schon gar nicht!
4. Eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse wurde nie vereinbart, also sollen die arme Länder immer ärmer werden und die reiche immer reicher. So verstehe ich die von der deutsch-französische Achse diktierte EU-Verträge.
5. Sollte uns etwa nicht passen dann können wir aus der EU und EURO austreten, wir werden nicht unbedingt gebraucht. Zur Zeit des Römischen Reich hat Germanien auch nicht zu Europa gehört!
Und da lief in Europa alles bestens, ohne uns!

Account gelöscht!

28.11.2012, 05:37 Uhr

Und Frankreich möchte die zweit größte Wirtschaftsnation der EU sein? Europa steht anscheinend nur auf einem Bein und das heißt Deutschland. Wenn man sich das Drama anschaut, ist es am sinnvollsten, wenn Deutschland aus der EU austritt und sich neue Partner sucht. Russland, China, Korea, Brasilien, Afrika. Alle besser als diese kaputten Staaten in der EU.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×