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15.09.2015

02:20 Uhr

Frankreich in Syrien

Hollande will IS aus der Luft angreifen

Im Irak fliegt Frankreich seit einem Jahr Luftangriffe gegen den IS. Für Syrien schloss Präsident Hollande das bisher aus, um Assad nicht in die Hände zu spielen. Aufklärungsflüge über Syrien ändern seine Meinung.

Französische Kampfflugzeuge bei einer Parade: Präsident Hollande hält Luftangriffe auf den IS in Syrien für notwendig. dpa

Französische Kampfflugzeuge

Französische Kampfflugzeuge bei einer Parade: Präsident Hollande hält Luftangriffe auf den IS in Syrien für notwendig.

ParisFrankreichs Präsident François Hollande will mit seiner Luftwaffe Stellungen der IS-Terrormiliz in Syrien angreifen. „Wir haben Aufklärungsflüge angekündigt, um die Möglichkeit von Luftschlägen ins Auge zu fassen, wenn sie notwendig sind“, sagte Hollande am Montag in Paris. Er fügte hinzu: „Und sie werden in Syrien notwendig sein.“

Der Staatschef betonte die Entschlossenheit, die Frankreich beim Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) im Irak oder islamistische Terroristen in der Sahel-Zone zeige. Hollande äußerte sich an der Seite seines nigerianischen Kollegen Muhammadu Buhari.

Die Auslandseinsätze des des französischen Militärs

Vor allem in Afrika aktiv

Frankreich schickt sein Militär häufig auf Auslandseinsätze, vor allem in Afrika ist die ehemalige Kolonialmacht sehr präsent. Derzeit sind fast 7000 französische Soldaten für die Friedenssicherung und den Kampf gegen den Terror abgestellt.

Quelle: dpa

Irak, Operation Chanmal

Seit Herbst 2014 beteiligt sich die Luftwaffe an Schlägen der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. 700 Soldaten und 13 Flugzeuge sind im Einsatz, das Engagement ist auf längere Frist angelegt.

Sahelzone, Operation Barkhane

3500 Soldaten kämpfen gegen Terrorgruppen. In Mali unterstützen 85 Soldaten die EU-Ausbildungsmission und den UN-Einsatz Minusma.

Zentralafrikanische Republik, Operation Sangaris

Gut 900 Militärs sind in dem krisengeschüttelten Land, sie sollen die UN-Mission Minusca unterstützen. Der Einsatz stand zuletzt wegen Missbrauchsvorwürfen gegen französische Soldaten in den Schlagzeilen.

Indischer Ozean

Insgesamt 570 Soldaten sind am Kampf gegen Piraten am Horn von Afrika beteiligt, meist als Teil der EU-Mission Atalanta.

Libanon, Operation Daman

900 französische Soldaten beteiligen sich an der UN-Mission Unifil an der Grenze zu Israel.

Weitere Einsätze

Weitere Einheiten sind unter anderem im Golf von Guinea, in der Demokratischen Republik Kongo und in der Elfenbeinküste eingesetzt.

Hollande stellte außerdem die Dschihadistenmiliz IS in eine Reihe mit der in Nigeria aktiven Islamistengruppe Boko Haram. Diese sei mit dem IS "verbunden" und erhalte von der Miliz Hilfen und Unterstützung. Der "Kampf gegen Boko Haram" sei folglich auch ein Kampf gegen den IS, sagte Hollande. Diese Form des "Terrorismus" sei nicht mehr nach Regionen unterscheidbar.

Frankreich hatte in der vergangenen Woche Aufklärungsflüge über Syrien begonnen, um mögliche Ziele für Luftschläge auszukundschaften. Vor knapp einer Woche begannen französische Kampfjets vom Typ Rafale zudem, Informationen über Stellungen des IS und die Lage in Syrien zu sammeln.

Hollande hatte diesen Einsatz mit Verweis auf das Erstarken des IS angekündigt sowie die Bedrohung, die von der Gruppe für französische Interessen im In- und Ausland ausgehe. Einen Einsatz von Bodentruppen schloss er aus.

Frankreich beteiligt sich mit Zustimmung der irakischen Regierung bereits seit einem Jahr an Luftangriffen einer US-geführten Koalition gegen IS-Truppen im Nordirak. Im Gegensatz zu den USA hat Paris aber bislang nicht auf syrischem Staatsgebiet zugeschlagen. Begründet wurde diese Entscheidung unter anderem damit, dass der syrische Machthaber Baschar al-Assad im Bürgerkrieg nicht gestärkt werden sollte. Die meisten Staaten sehen inzwischen aber den IS als die größte Gefahr in der Region an.

Dort tobt ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Assad, verschiedenen Rebellengruppen und den IS-Milizen. An diesem Dienstag wird sich auch die Nationalversammlung in Paris mit Syrien befassen.

Die Gewalt in Syrien ist ein Grund für den Flüchtlingsstrom, der auch Europa erreicht hat. Millionen Syrer suchen im Ausland Zuflucht vor dem Bürgerkrieg, in dem in den vergangenen Jahren etwa 250.000 Menschen getötet wurden.

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