Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.05.2017

16:23 Uhr

Frankreich

Macrons Regierung droht der erste Skandal

Frankreichs neue Regierung blieb nicht lange ohne Negativschlagzeile. So wird Richard Ferrand, Minister für sozialen Zusammenhalt, von seiner Vergangenheit eingeholt. Auch die Anstellung seines Sohnes steht im Fokus.

Der französische Minister sieht sich mit Vetternwirtschaftsvorwürfen konfrontiert. AFP; Files; Francois Guillot

Richard Ferrand

Der französische Minister sieht sich mit Vetternwirtschaftsvorwürfen konfrontiert.

ParisDer neue französische Präsident Emmanuel Macron hat möglicherweise den ersten Skandal in seiner Regierung. Der Minister für sozialen Zusammenhalt, Richard Ferrand, soll sich einem Zeitungsbericht zufolge möglicherweise der Vetternwirtschaft schuldig gemacht haben. Die investigative Zeitung „Le Canard Enchaîné“ berichtete am Mittwoch, eine damals von Ferrand geleitete Versicherungsgesellschaft habe 2011 einen Mietvertrag über 42.000 Euro jährlich mit einem Unternehmen abgeschlossen, das Ferrands Partnerin gehört habe.

Das Blatt berichtete auch, dass Ferrand seinen Sohn für „wenige Monate“ als parlamentarische Hilfskraft für ein Bruttogehalt von 8704 Euro angestellt habe. Ferrand bestreitet ein Fehlverhalten. Sein Büro erklärte, er habe nichts Illegales getan.

Auch Regierungssprecher Christophe Castaner sagte, Ferrand habe sich nicht illegal verhalten. Allerdings werfe der Bericht legitime Fragen auf. „Was früher nicht illegal war, ist heute nicht akzeptabel“, sagte er im Bezug auf die Anstellung von Ferrands Sohn. Er verwies damit auf ein von Macron geplantes Gesetz zur „Moralisierung“ der Politik. Dieses könnte es Politikern verbieten, Familienmitglieder anzustellen. „Wir müssen so bald wie möglich klare Regeln etablieren, die für alle gelten“, sagte Castaner.

Unter vorherigen Regierungen in Frankreich hatte es immer wieder Korruptionsskandale gegeben. Im Präsidentschaftswahlkampf hatte der Fall des konservativen Kandidaten François Fillon für Aufsehen gesorgt, der seine Frau und seine Kinder auf Kosten der Steuerzahler angestellt haben soll, ohne dass sie wirkliche Arbeit leisteten.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×