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23.04.2012

15:44 Uhr

Frankreich

Sarkozy kämpft um rechte Wähler

Nach dem großen Erfolg der Front National setzt Nicolas Sarkozy seine letzte Hoffnung auf rechte Wähler. Doch sein Kontrahent Hollande gibt sich siegessicher. Am 6. Mai sind die Franzosen zur Stichwahl aufgerufen.

Endspurt im Wahlkampf: Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy. dapd

Endspurt im Wahlkampf: Der amtierende Präsident Nicolas Sarkozy.

ParisMit betont nationalen Tönen hat Amtsinhaber Nicolas Sarkozy zur Aufholjagd bei der französischen Präsidentenwahl geblasen. Sein Hauptaugenmerk richtete Sarkozy am Montag auf die 18 Prozent der Wähler, die der Rechtsextremistin Marine Le Pen im ersten Wahlgang zu einem Rekordergebnis verhalfen. Die Kandidatin des Front National stahl damit dem Sozialisten Francois Hollande die Schau, der am Sonntag knapp gewonnen hatte und nun als Favorit in das entscheidende Duell mit Sarkozy am 6. Mai zieht.

„Heute kehre ich in den Wahlkampf zurück. Ich werde weiterhin unsere Werte und Pflichten hochhalten: Respekt für unsere Grenzen, Kampf gegen die Verlagerung von Betrieben ins Ausland, Kontrolle der Zuwanderung, Sicherheit unserer Familien“, erklärte Sarkozy. Nach dem amtlichen Endergebnis musste er sich mit 27,18 Prozent Hollande geschlagen geben, für den 28,6 Prozent stimmten. Der von den Kommunisten unterstützte Linkskandidat Jean-Luc Melenchon kam auf 11,1 Prozent, der Zentrumspolitiker Francois Bayrou auf 9,13 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 80 Prozent.

Die Etappen des Machtkampfes in Frankreich

Wie es weitergeht

Mit der ersten Runde der Präsidentenwahl hat der Machtkampf in Frankreich erst begonnen. Müssen die Konservativen um Präsident Nicolas Sarkozy in die Opposition? Oder schaffen sie doch noch den Überraschungserfolg gegen die Sozialisten um François Hollande? Die nächsten wichtigen Termine im Wahljahr 2012 im Überblick.

25. April

Frist für die Veröffentlichung des offiziellen Endergebnisses der ersten Wahlrunde durch den Verfassungsrat.

27. April

Offizielle Bekanntgabe der beiden Kandidaten für die Stichwahl, Großkundgebung von Hollande in der Stadt Limoges in west-zentral Frankreich.

1. Mai

Großkundgebung von Nicolas Sarkozy zum Thema Arbeit; die in der ersten Wahlrunde ausgeschiedene Rechtsextreme Marine Le Pen will sich zu möglicher Wahlempfehlung äußern.

2. Mai

Voraussichtlich TV-Debatte zwischen Hollande und Sarkozy.

6. Mai

Die zweite Runde der Präsidentenwahl.

11. Mai

Datum, bis zu dem voraussichtlich das offizielle Endergebnis der Präsidentenwahl veröffentlicht wird.

15. Mai

Um Mitternacht endet die Amtszeit von Nicolas Sarkozy; voraussichtlich auch Datum der Amtseinführung des neuen Präsidenten.

10. Juni

Erste Runde der Wahl zur ersten Parlamentskammer (Nationalversammlung).

15. Juni

Zweite Runde der Wahl zur ersten Parlamentskammer (Nationalversammlung).

Hollandes Wahlkampfmanager Pierre Moscovici sagte, der Sieg sei zum Greifen nahe. Der Kandidat sei sich jedoch der Schuldenkrise bewusst, mit der jede linke Regierung konfrontiert werde. „Die Unsicherheit in der französischen Wirtschaft könnte mindestens bis zu den Parlamentswahlen im Juni anhalten“, sagte Analyst Manuel Maleki von Global Economics ING.

Jüngste Konjunkturdaten wiesen auf eine Eintrübung der Stimmungslage in der Wirtschaft hin. Der mögliche Machtwechsel in Frankreich hat viele Anleger verunsichert. Sie befürchteten, dass Europa seinen Sparkurs verlassen könnte.

Kommentare (8)

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alexanderreichelt

23.04.2012, 15:54 Uhr

Für Nordrhein-Westfalen wünsche ich mir am 13. Mai die Partei der Vernunft !

--> RAUS AUS DEM EURO !
--> Streichung aller Subventionen
--> Keine Einschränkung der individuellen Freiheits- und Bürgerrechte
--> KEIN RETTUNGSSCHIRM – STOPPT ESM
--> Schluss mit der Bevormundung durch die EU
--> kommunale Selbstverwaltung und direkte Demokratie statt zentraler Kontrolle
--> Wahre Gerechtigkeit durch Aufhebung der Weisungsgebundenheit der Staatsanwaltschaft
--> Schluss mit der CO2-Hysterie

Quelle und weitergehende Informationen unter
nordrhein-westfalen.parteidervernunft.de

Wahlwerbespot: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=zotRMVgJNYo

Account gelöscht!

23.04.2012, 16:00 Uhr

Linke wie rechte Politik profitiert von der Unfähigkeit der etablierten Parteien.

Bei der Organisation der Globalisierung verkaufen unsere Politiker unsere Werte.

In einem Akkuschrauber für einen Preis ab 40 € stecken:
- kein Mutterschutz
- kein Arbeitsschutz
- keine gesetzliche Arbeitszeitregelung
- keine Arbeitsschutzbestimmungen
- keine fairen Löhne unter örtlichen Verhältnissen
- kein Kündigungsschutz
- keine Rente
- keine Gesundheitsvorsorge
- dafür Kinderarbeit
- usw.

Wir holen uns über die Globalisierung Mißstände zurück ins Land, die einst in Europa durch Blut abgeschafft worden sind. Damit spreche ich mich nicht einmal gegen die Globalisierung generell aus. Aber den Unternehmen zu gestatten mit Ausbeutung - wo auch immer - Profite zu machen ist politischer Verrat an unserer Werten.
Etablierte Regierungen, die alles nur für die Wirtschaft tun und die Gesellschaft vergessen, die dienen nicht ihrem Volk. Die Wähler suchen Alternativen. Das Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft wirkt sich immer auf den Lebensstandard der Menschen aus. Das Zusammenspiel gibt oder nimmt ihnen wirtschaftliche Möglichkeiten.

Die französichen Revolutionäre wollten die Republik doch nur, weil sie darin bessere Lebsnsumstände für das gebäutelte Volk sahen.

Die Zerstörung der Marktwirtschaft und damit des Wohlstandes (siehe USA) durch einen global geförderten 'Kapitalfeudalismus' ist die große Herausforderung unserer Zeit. Mit einer 'wohlstandseffektiven', kapitalistisch motivierte Marktwirtschaft, wie sie einst Adam Smith beschrieb, haben unsere Wirtschaftssysteme nur wenig zu tun. Zu sehr sind die Staaten mit Regelungen beteiligt, die einseitig begünstigen (Kapital/Großunternehmen) und benachteiligen (Arbeitnehmerschaft). Subventionen verzerren den Rest des Marktes. Ich hoffe, die Wahl-Alternativen sind erfolgreich und rücken den etablierten Politikern den Kopf zurecht und lassen sich nicht von Sarkozy blenden.

fischersfritz

23.04.2012, 16:10 Uhr

Wie jetzt, Sarkozy kämpft um rechte oder recht"extreme" Wähler?

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