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07.12.2012

08:35 Uhr

Frankreich

Sex, Lügen und Politik in der Grande Nation

VonThomas Hanke

Viele Kinder, wenig Spermien und eine Schlammschlacht der Konservativen: Ganz Frankreich ist auf der Suche nach dem Mann, dem Ex-Justizministerin Rachida Dati ihre Tochter verdankt.

Ex-Justizministerin Rachida Dati hochschwanger. Mittlerweile ist ihre Tochter drei Jahre alt - und die Vaterschaft noch immer nicht geklärt. AFP

Ex-Justizministerin Rachida Dati hochschwanger. Mittlerweile ist ihre Tochter drei Jahre alt - und die Vaterschaft noch immer nicht geklärt.

ParisÜber alles und jedes machen die Franzosen sich in jüngster Zeit Sorgen, doch eine Gewissheit richtet sie immer wieder auf: Ihre kraftvolle, in Europa einzigartig positive Demographie. Umso erschütterter reagierten die Medien auf eine Studie, die am Mittwoch veröffentlicht wurde und vom Radiosender Europe 1 auf die schlichte Formel gebracht wurde: „Frankreichs Sperma im Niedergang“. In 16 Jahren sei die Anzahl der Spermazellen in einem Milliliter auf „nur“ noch 49 Millionen zurückgegangen.

Immer noch ziemlich viel, aber 16 Jahre früher seien es im Schnitt noch 73 Millionen gewesen, ist in „Human Reproduction“ nachzulesen. Nicht nur das - auch die Qualität habe gelitten. Immer häufiger würden schadhafte Samenzellen gefunden.

Besorgt stellt die französische Öffentlichkeit sich die Frage, warum die potenzielle Zeugungsfähigkeit möglicherweise abnimmt: Umwelteinflüsse? Rauchen? Fettleibigkeit? Die Statistik stiftet wenig Trost, sie hält fest, dass die Hauptstadt Paris einen beschleunigten Abschwung der für die Fertilität so wichtigen Zellen aufweise.

Ein Makro-Problem könnte man das in Anlehnung an die Wirtschaftswissenschaften nennen. Auf Mikroebene aber sieht es, wie auch häufig in der Ökonomie, völlig anders aus. Eine kurze Beziehung genügte, um die frühere Justizministerin Rachida Dati zur glücklichen Mutter zu machen. Die Spermatozoiden des Vaters waren offenkundig keineswegs im Niedergang. Trotzdem hat die Mutter ein Problem: Der Papa ihrer Tochter Zohra will sich nicht zu ihr bekennen.

Kommentare (15)

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reginald.bruster

07.12.2012, 09:50 Uhr

Ein Artikel, den man so in den bunten Medien erwarten könnte. Zusammenfassend läßt sich sagen, das gutaussehende, hochqualifizierte Frauen nur über sexuelle Gefälligkeiten Karriere in Frankreich machen können. Bei den Herren der Schöpfung spielt weder Aussehen, noch Größe, noch die Qualität dessen Spermien eine Rolle. Willkommen in grauer Vorzeit.

Account gelöscht!

07.12.2012, 10:32 Uhr

Na, so isses nun mal. Letztlich sind Menschen nur Behälter und Transporter für Gene.

Und diesen Genderquark samt Gleichstellung nimmt doch außerhalb der verblödeten Kreise zwischen Maas und Memel niemand ernst. Frauen sind Frauen, wenn man ihnen das Geschlecht wegnimmt, bleiben Arbeitstiere übrig.

erbaermlich

07.12.2012, 10:40 Uhr

Frauen sind Frauen, wenn man ihnen das Geschlecht wegnimmt, bleiben Arbeitstiere übrig.

Mir bleibt die Spucke weg....so ticken also deutsche Männer? Wahrscheinlich sind Sie noch stolz drauf so einen Käse von sich zu geben. Sie haben ja noch nicht mal den ersten Paragraphen des Grundgesetzes verstanden.

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