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20.11.2016

15:02 Uhr

Frankreich

„Trump-Effekt“ könnte die Karten neu mischen

Gut fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich kommt Bewegung in die Aufstellung der Kandidaten. Die Strategien der Bewerber sind sehr unterschiedlich. Der Front National will vom Trump-Sieg profitieren.

„Meine Wahl zur Präsidentin wird seit Monaten als unmöglich bezeichnet“, sagte die Rechtsextremistin dort in einer Rede. „Jetzt liegt es in der Hand der Wähler, es möglich zu machen.“ Reuters

Marine Le Pen

„Meine Wahl zur Präsidentin wird seit Monaten als unmöglich bezeichnet“, sagte die Rechtsextremistin dort in einer Rede. „Jetzt liegt es in der Hand der Wähler, es möglich zu machen.“

ParisWenn es in Washington klappt, warum nicht auch in Paris? Das dürften sich die Anhänger der rechtsextremen Front National in diesen Tagen denken. Für alle anderen Wähler in Frankreich wird der unerwartete Sieg von Donald Trump in den USA zumindest eine Warnung gewesen sein. Gut fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl kommt daher Bewegung in das Spiel um die Aufstellung der Kandidaten. Die Strategien der Bewerber sind sehr unterschiedlich.

Auch die französischen Republikaner („Les Républicains“, ehemals UMP) stehen vor der schweren Aufgabe, eine Unterwanderung des konservativen Milieus durch Populisten zu verhindern. Die Wahl von Trump habe gezeigt, dass die Politiker „die Wut der Menschen“ ernst nehmen müssten, sagt Nicolas Sarkozy. Der Ex-Präsident will im kommenden Jahr um eine Rückkehr in den Élysée-Palast kämpfen. Im ersten Schritt müsste er dafür allerdings die parteiinternen Vorwahlen gewinnen, die am heutigen Sonntag stattfinden.

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Sarkozy setzt unter anderem darauf, der Populistin Marine Le Pen die Themen zu klauen. In der offensichtlichen Hoffnung auf Stimmen vom rechten Rand schlägt auch er mitunter deutliche Töne gegen übermäßige Einwanderung und für härtere Sicherheitsmaßnahmen an. „Herr Trump will die Interessen der Amerikaner verteidigen? Schön, ich will die französischen Interessen und die von Europa verteidigen. Was die Amerikaner sich herausnehmen – warum sollten wir das für Frankreich ablehnen?“, sagte Sarkozy am Dienstag bei einem Wahlkampftermin in Nizza.

Bei seinen eingeschworenen Anhängern kommt er damit offenbar gut an. „Er präsentiert sich als Kandidat, der nicht Teil des Systems ist, mit einer anti-elitären Sprache, wie Trump, der gewonnen hat“, sagte der 19-jährige Lucas Moulin bei der Veranstaltung in der südfranzösischen Stadt. Der Wahlsieg des US-Republikaners sei gut für Sarkozy, da ihm dies in der öffentlichen Wahrnehmung in Frankreich Stärke und Glaubwürdigkeit verschaffe.

In den meisten Umfragen liegt der Ex-Präsident bislang aber trotzdem hinter seinen parteiinternen Rivalen. Die besten Chancen auf die Kandidatur der Konservativen hat demnach der frühere Premierminister Alain Juppé.

In dem zweistufigen Verfahren will sich außerdem François Fillon zur Wahl stellen, der ebenfalls auf Erfahrungen als Premierminister verweisen kann. Fillon positioniert sich dabei bewusst als Alternative zu Sarkozy, der vielen in der Partei schon zu weit rechts steht.

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