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05.05.2013

21:16 Uhr

Frankreich

Zehntausende gehen gegen Regierung auf die Straße

Viele Franzosen sind mit der Politik der Hollande-Regierung unzufrieden und haben ihren Unmut auf der Straße kundgetan. Zehntausende protestierten in Paris und anderen großen Städten gegen Sparpolitik und Homo-Ehe.

Gegner der Homo-Ehe: „Hollande, wir wollen dein Gesetz nicht“. ap

Gegner der Homo-Ehe: „Hollande, wir wollen dein Gesetz nicht“.

ParisAnlässlich des Amtsantritts von Frankreichs Staatschef François Hollande vor einem Jahr sind am Sonntag zehntausende Gegner der sozialistischen Regierung auf die Straßen gegangen. In Paris versammelten sich mehrere zehntausend Anhänger der linken Opposition und protestierten gegen die ihrer Meinung nach zu strikte Sparpolitik der Regierung. In der Hauptstadt sowie in anderen Städten des Landes gingen zudem Gegner der Homo-Ehe auf die Straße.

Die Polizei sprach von 30.000 Teilnehmern bei dem Protestmarsch gegen die Sparpolitik, der von der Pariser Place de la Bastille gestartet war. Die Organisatoren gaben ihre Zahl mit 180.000 an.

"Wir akzeptieren keine Austeritätspolitik", sagte Linksparteichef Jean-Luc Mélenchon in seiner Rede vor den Demonstranten. "Wenn ihr nicht wisst, wie es geht - wir wissen es", rief er der Regierung zu. Führende Sozialisten warfen Mélenchon während eines Treffens im Südwesten Frankreichs vor, die Linke zu spalten.

Kritik an der Regierungspartei kam aber auch von der Grünen-Politikerin Eva Joly, die "sofortigen" und "echten Wandel" forderte. Kommunistenchef Pierre Laurent sprach von einem "vergeudeten Jahr für den Wandel".

In Paris und mehreren anderen großen Städten wie Lyon, Rennes, Lille und Montpellier demonstrierten am Sonntag zudem Gegner der kürzlich vom Parlament endgültig beschlossenen Homoehe. Die Reform ist äußerst umstritten und sorgt bereits seit Wochen für Demonstrationen sowohl von Befürwortern als auch Gegnern.

Bereits am Samstag waren rund tausend Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche, durch die Innenstadt von Straßburg gezogen. Sie riefen Slogans wie "Hollande, wir wollen dein Gesetz nicht". Mitorganisator Georges Villiers sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Problem sei, dass die Homoehe "automatisch" künstliche Befruchtung und Leihmutterschaften nach sich ziehe.

Die Regierungskritiker wählten für ihre Kundgebungen das Wochenende vor dem ersten Jahrestag von Hollandes Wahlsieg. Der Sozialist hatte am 6. Mai 2012 die Stichwahl gegen den damaligen konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy gewonnen. Den Jahrestag will seine Regierung nicht mit einer Feier begehen. Premierminister Jean-Marc Ayrault beraumte stattdessen für Montag ein Arbeitstreffen zur Vorbereitung der Reformpolitik der kommenden Monate ein.

Frankreich befindet sich am Rande einer Rezession, die Arbeitslosigkeit hat den höchsten Stand seit 16 Jahren erreicht. Fast drei Viertel der Franzosen sind nach eigenen Angaben unzufrieden mit Hollande. Damit ist er so unbeliebt wie noch nie ein französischer Präsident ein Jahr nach Amtsantritt.

Von

afp

Kommentare (17)

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winter

05.05.2013, 20:05 Uhr

diese idioten in frankreich fordern nicht etwa konkurrenzfähge unternehmen, sondern geld aus konkurrenzunfähigen unternehmen und geld drucken.
werft doch endlich die franzosen aus der eu, die sind doch nicht mehr zurechnungsfähig, das ist ja schlimmer als in der ddr in den 80igern!

vandale

05.05.2013, 20:13 Uhr

Das sind Sozialisten. Sie meinen, dass Geld kommt vom Himmel, bzw. aus Deutschland.

Das blöde ist nur, dass die Merkel Regierung im Einknicken sehr geübt ist. Spätestens nach der Wahl gibt es Geld für Europa.

Vandale

Account gelöscht!

05.05.2013, 20:48 Uhr

Man mag zu den Forderunen stehen, wie man will, aber in Frankreich verstehen es ausreichend viele, die nun auch nicht mehr zu übersehen sind und nicht einfach medial "übergangen" werden können, sich in eigener Sache zusammen zu tun und gemeinsam für ihre Überzeugungen und Forderungen öffentlich und gut organisiert auf- und einzutreten (und das ist erst der Anfang...). Man - und frau auch - nimmt die Nationalflagge mit, gibt sich als national bezogen und niemand wird auf den Gedanken kommen, diese Leute als "rechte Gefahr" zu denunzieren (außer in der BRD vielleicht) oder gar zu kriminalisieren.

Ganz anders die Deutschen: Verständnislos und mit viele Leere und Wirrheiten in den Köpfen "warten" sie "ab, was kommen wird" und hoffen, daß irgend jemand die Dinge für sie "richten" wird - vollkommen verblödet.

Nun, es ist ja kein Wunder, weshalb das so ist, bekannt ist es schon lange, weshalb das so ist:

“Politische Dummheit kann man lernen, man braucht nur deutsche Schulen zu besuchen. Die Zukunft Deutschlands wird wahrscheinlich für den Rest des Jahrhunderts von Außenstehenden entschieden werden. Das einzige Volk, das dies nicht weiß, sind die Deutschen."

Londoner Spectator, 16.11.1959

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