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20.06.2012

17:36 Uhr

Frankreichs femmes fatales

Trierweiler degradiert Hollande zum Pantoffelhelden

VonThomas Hanke

Die Spitzenpolitiker Frankreichs zerren ihre Partnerinnen gerne in die Öffentlichkeit – und scheitern in den Untiefen der Mediengesellschaft. Dabei macht das neue Paar Trierweiler-Hollande womöglich den größten Fehler.

Frankreichs Präsident Francois Hollande mit seiner neuen Lebensgefährtin Valerie Trierweiler. AFP

Frankreichs Präsident Francois Hollande mit seiner neuen Lebensgefährtin Valerie Trierweiler.

ParisFrankreichs Medien vermissten beim G20-Treffen und beim anschließenden Umweltgipfel in Rio eine Persönlichkeit: die „première dame“ des Landes, in den USA als „first girlfriend“ bekannt, die Lebensgefährtin von Staatspräsident François Hollande, Valérie Trierweiler. Ihre Abwesenheit ist Thema in allen Zeitungen und auf allen Webseiten. Kurios, denn die Medien des Landes waren einmal berühmt dafür, dass sie das Privatleben der Politiker mit allergrößter Diskretion behandelten: François Mitterands Doppelleben, seine außereheliche Beziehung und die Tochter seiner Freundin Anne Pingeot, Mazarine, waren vielen Journalisten bekannt. Doch die breiteten den Mantel des Schweigens darüber. Das hat sich gründlich geändert.

Die Folgen betreffen nicht nur die Klatschseiten der Regenbogenpresse, sie schlagen mit Wucht auf die Spitzenpolitiker zurück. Ausgelöst haben das die Politiker weitgehend selber. François Hollande und seine frühere Lebensgefährtin Ségolène Royal spielten 2007, als Royal gegen Nicolas Sarkozy um das Präsidentenamt kämpfte, noch eine glückliche Beziehung vor. Dabei war Hollande bereits mit Trierweiler liiert. Die Beziehungs-Show war Teil des Wahlkampfes. Wer aber sein Privatleben politisch instrumentalisiert, stellt es zugleich bloß, entzieht ihm den Schutz medialer Diskretion.

Carla Bruni-Sarkozy, Ségolène Royal und Valérie Trierweiler. dapd

Carla Bruni-Sarkozy, Ségolène Royal und Valérie Trierweiler.

Sarkozy selber ging ähnlich vor: Seine Ehe mit Cécila lag bereits in den letzten Zügen, als er noch gemeinsam mit ihr auftrat. Noch nach der Wahl drängte er sie dazu, sich mit ihm vor den Kameras zu zeigen und eine Beziehung vorzuspielen, die nicht mehr bestand. Kurz darauf verließ sie ihn. Doch Sarko fand schnell Ersatz. Carla Bruni entging so wenig wie ihre Vorgängerin dem Bedürfnis des Präsidenten, seine Frauen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Anfangs genoss sie die Aufmerksamkeit und den Rummel, doch auch ihr wurde die Rechnung präsentiert: Wer auf der Spitze steht, sonnt sich in voller medialer Präsenz, muss aber auch einem scharfen Wind standhalten.

Journalistin statt Model: Carla Bruni gegen Valérie Trierweiler

Journalistin statt Model

Carla Bruni gegen Valérie Trierweiler

Beide sind schön, schlank, brünett und gelten als sehr selbstbewusst.  Damit hören die Gemeinsamkeiten zwischen Carla Bruni (44) und Frankreichs neuer Première Dame Valérie Trierweiler (47) aber schon auf.

Die Sarkozy-treue Presse feierte das Glamour-Paar mit Titelgeschichten und Bilderstrecken. Doch seine Gegner schliefen nicht: Brunis teils unbedarfte, teils groteske Äußerungen wurden bald zum gefundenen Fressen für alle Sarko-Kritiker, denen er ungewollt selber die Lizenz zum Nachtreten gegeben hatte. In Frankreichs Enthüllungs- und Satirezeitung „Le Canard Enchainé“ brachte Bruni-Sarkozy es sogar zu einem eigenen erfundenen Tagebuch, dessen Sottisen Woche für Woche die Leser beglückten.

Kommentare (7)

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matze

20.06.2012, 18:16 Uhr

wenigstens müssen wir uns in deutschland nicht mit diesen spießig privaten geschichten auseinandersetzen. eine der wenigen exzellenten deutschen traditionen - und ausnahmen wie wulf erlegiden sich ja von selbst. aber es is scho unverantwortlich das diese dinge tatsächlich in frankreich thema sind. wir stehen - ohne zügig beste gegenmaßnahen - vor so was, wie der große depression oder noch wesentlich bedänklicherem. und dieser mann und seine zwei frauen sind sich wohl nicht ihre verantwortung bewusst und machen munteres pöstchen da und pösten dort. ohne jegliches gespür für realpolitische sensiblitäten. alles geschmückt mit wirtschaftlicher expertiese a la dachdeckermeister e honecker. wär wohl ein besserer dachdecker gewesen wär h...oder h...? so wird das nix!

Account gelöscht!

20.06.2012, 18:55 Uhr

Selten so gelacht, Zickenkrieg, Emanzen- und Machtwahn der weiblichen "Begleiterscheinungen" der Politik des "befreundeten" Frankreichs. Die Mädchen sind wenigsten ehrlich und gehen ihren Stechern und Rivalinnen öffentlichkeitswirksam an die Gurgel, wenn sich die Gelegenheit bietet - amüsant und menschlich anrührend: Bitte mehr davon und bis zum vollkommenen Exzess, denn anders haben es die beteiligten "Hauptfiguren" nicht verdient, diese Lügner und Betrüger - zuerst an ihren eigenen Völkern.

Account gelöscht!

20.06.2012, 19:59 Uhr

Hollande ein Pantoffelheld und seine Partnerin unreif, wie eine 15-jährige: die Spitze der Grande Nation *LOL*

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