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03.10.2013

01:05 Uhr

Frankreichs Industrieminister

Montebourg will Mindestlohn in Deutschland

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg ist sauer über die "unfaire Konkurrenz" aus Deutschland. Die Gefahr sei, dass sich Franzosen eines Tages keine Produkte aus Deutschland mehr leisten könnten.

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg fordert einen Mindestlohn in Deutschland. AFP

Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg fordert einen Mindestlohn in Deutschland.

ParisFrankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg hat das Fehlen eines gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland scharf kritisiert. Dass es diesen nicht gibt, "schadet uns", sagte Montebourg am Mittwoch in einem gemeinsamen Interview der Nachrichtenagentur AFP, der Sender LCP und France Info sowie der Tageszeitung "Le Monde". Das Fehlen eines deutschen Mindestlohns "beschädigt in gewisser Weise die Rechte der europäischen und insbesondere der französischen Angestellten", weil sie mit "unfairer Konkurrenz" konfrontiert würden.

Es dürfe keinen "Preiswettkampf auf dem Rücken der Kaufkraft der Arbeiter" geben, sagte Montebourg. Dies mache die französische Regierung auch in ihren Gesprächen mit Berlin deutlich. Falls Deutschland keine Kunden mehr für seine Produkte finde, weil diese "zu ruiniert sind oder nicht die Mittel haben, deutsche Produkte zu kaufen", dann sei das auch schlecht für Deutschland, mahnte der Minister, der dem linken Flügel der französischen Regierung zugerechnet wird.

Die Erholung der europäischen Wirtschaft hänge unter anderem davon ab, ob "die Überschüsse" im deutschen Staatshaushalt zum Wohl Europas eingesetzt würden, führte Montebourg weiter aus. Nötig sei eine "kooperative Strategie mit Vorteilen für alle".

Die regierenden Sozialisten in Frankreich werfen der Bundesregierung bereits seit längerem vor, durch Niedriglöhne die Wettbewerbsfähigkeit anderer Länder in Europa zu schwächen. Montebourg selbst äußerte sich bereits früher sehr kritisch über die Bundesregierung. Als Oppositionspolitiker beschuldigte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Ende 2011, den Euro zu "töten" und dafür zu sorgen, dass Deutschland "auf den Trümmern" der anderen Euroländer ein "Vermögen" mache.

Von

afp

Kommentare (25)

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Rechner

03.10.2013, 01:48 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

03.10.2013, 06:17 Uhr

Na da wird Merkel (Honeckers letzte Rache) sicher einen Weg finden die Dt. Überschüsse (ich wüsste zwar nicht welche Überschüsse das sein sollten, bei der ausufernden Staatsverschuldung) in die Südstaaten abfließen zu lassen.

http://www.democratic-republicans.us/deutsch/german-merkel-wirft-am-wahlabend-veraechtlich-deutsche-fahne-weg-hat-deutschland-nunmehr-40-millionen-migranten

RoiBavarois

03.10.2013, 07:19 Uhr

Diese Sozialisten sind einfach unglaubliche Träumer.

Deutschland ist ein Exportland, das sich am globalen Markt behaupten muss. Globale Wettbewerbsfähigkeit endet nicht an den Grenzen der Eurozone oder der EU.

Frankreich und ganz Südeuropa scheitern nicht nur an nötigen Reformen, sie halten auch fest am Euro und da sie diesen weder abwerten können noch aufgeben wollen, wollen sie nun lieber Deutschland kaputtinflationieren.

Deutschland schlägt sich wacker im globalen Wettbewerb. Sollen doch die Südländer zusehen, wie sie ihre Wirtschaften wieder wettbewerbsfähig machen anstatt ordentlich wirtschaftende Nationen zu beschimpfen.

Deutschland hätte NIEMALS den Maastrichtvertrag und dessen NO BAIL OUT Klausel brechen dürfen. Dann wäre heute der Euro bereinigt, Südeuropa halbwegs durch die Krise und Deutschlands künftige Generationen hätten nicht den Euroklotz am Bein.

Schlimm, wenn Politik meint ökonomische Notwendigkeiten zu Lasten seiner Bürger für fragwürdige Ziele glaubt opfern zu können!

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