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17.04.2015

16:44 Uhr

Französische Staatsbahn

Angehörige von Holocaust-Opfern verklagen SNCF

Die französische Staatsbahn wird von der Geschichte eingeholt: In den USA wurde Klage gegen die SNCF eingereicht. Angehörige von Holocaust-Opfern fordern Schadenersatz für den beschlagnahmten Besitz deportierter Juden.

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WashingtonAngehörige von Holocaust-Opfern haben in den USA eine Sammelklage gegen die französische Staatsbahn SNCF eingereicht. Wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, fordern die Kläger Schadenersatz für die Beschlagnahmung des Besitzes zehntausender Juden und anderer Menschen, die in NS-Konzentrationslager deportiert wurden. Die Klage wurde am Donnerstag, dem Holocaust-Gedenktag, bei einem Bundesgericht in Chicago eingereicht. Die SNCF war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

In der Sammelklage wird der SNCF „Komplizenschaft“ beim Völkermord an den Juden vorgeworfen. Das Unternehmen habe wissentlich andere dabei unterstützt, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen. Die Kläger fordern Schadenersatz für von der SNCF beschlagnahmte persönliche Gegenstände und deren Weiterverkauf sowie für den Verkauf von Dritte-Klasse-Fahrkarten an die Nazis, obwohl diese die Juden in Viehwaggons abtransportieren ließen.

Zu den konfiszierten persönlichen Gegenständen gehörten der Klage zufolge unter anderem Bargeld, Schmuck, Silber und Gold, Kunstwerke, Musikinstrumente und Kleidung. Zu den Hauptklägern gehört Karen Scalin aus Chicago, deren Großeltern in einem Zug der SNCF aus Frankreich ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert wurden, wo sie 1942 starben. Zwei andere namentlich erwähnte Kläger sind die Franzosen Josiane Piquard und Roland Cherrier, die ebenfalls Verwandte in Auschwitz verloren. In der Klage heißt es, die Taten seien nicht verjährt, weil die SNCF erst 2012 ihre Archive für die Öffentlichkeit geöffnet habe.

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Von

afp

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