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30.11.2011

22:19 Uhr

Französischer Sozialist

Kanzlerin Merkel will „den Euro töten“

Kanzlerin Merkel erregt mit ihrem Kurs in Sachen Schuldenkrise immer mehr Unmut im Nachbarland Frankreich. Nun wird ihr aus dem Lager der französischen Sozialisten vorgeworfen, sie betreibe eine „Bismarcksche Politik“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag. dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag.

ParisIn Frankreich wächst der Unmut über den Euro-Kurs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Die Kanzlerin versuche, „ein europäisches Modell durchzusetzen, das nicht notwendigerweise das Unsere ist“, kritisierte der sozialistische Spitzenkandidat, François Hollande, am Mittwoch in Brüssel. Sein Parteikollege Arnaud Montebourg warf der Kanzlerin gar vor, sie wolle „den Euro töten“ und betreibe eine „Bismarcksche Politik“.

Seit einigen Monaten entscheide Merkel, während der französische Staatschef Nicolas Sarkozy ihr folge, sagte der Kandidat der Sozialisten bei den Präsidentschaftswahlen 2012 nach einem Treffen mit dem Präsidenten der EU-Kommission, José Manuel Barroso, in Brüssel. Als Präsident werde er für ein „ausgeglichenes Verhältnis mit Deutschland“ sorgen, sagte Hollande. Er machte für das derzeitige Ungleichgewicht vor allem Sarkozy verantwortlich.

François Hollande, Präsidentschaftskandidat der Sozialisten. AFP

François Hollande, Präsidentschaftskandidat der Sozialisten.

Zudem wandte sich Hollande gegen die deutsche Forderung, Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof gegen Defizitsünder zu ermöglichen. Die Haushaltspolitik eines souveränen Staates dürfe niemals von einem Gericht entschieden werden, sagte Hollande. Er forderte zudem eine „aktive Rolle“ für die Europäische Zentralbank (EZB). Sie müsse „massiv auf den Finanzmärkten intervenieren, um die Spekulation zu beenden“, sagte Hollande.

In einem Interview mit mehreren Medien warf Montebourg derweil Merkel vor, sie wolle für Deutschland ein „Vermögen“ auf den „Ruinen“ der anderen Länder im Euro-Raum machen. Montebourg zählt zum linken Flügel der Sozialisten und hatte bei den Vorwahlen seiner Partei überraschend gut abgeschnitten. In dem Interview plädierte er für eine harte Konfrontation mit Deutschland und verwies dabei auf die deutsche Weigerung, ein stärkeres Eingreifen der EZB zuzulassen.

Die Kanzlerin strebe ein „deutsches Diktat“ in der Eurozone an, so Hollandes Parteikollege Arnaud Montebourg. Reuters

Die Kanzlerin strebe ein „deutsches Diktat“ in der Eurozone an, so Hollandes Parteikollege Arnaud Montebourg.

Die Kanzlerin wolle ihre „deutsche Ordnung“ den anderen überstülpen und strebe ein „deutsches Diktat“ in der Euro-Zone an, nachdem die Länder hinausgedrängt worden seien, die sich nicht selbst hatten helfen können, sagte Montebourg. Es sei nun der Moment gekommen, „die politische Konfrontation mit Deutschland zu suchen“ und „unsere Werte“ zu verteidigen. Wenn es Deutschland gelinge, auch anderen Ländern Auflagen wie Griechenland aufzuzwingen, dann werde dies zum Anstieg des Nationalismus und der extremen Rechten führen.

Von

afp

Kommentare (44)

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PerInflationEnteigneterSparer

30.11.2011, 23:26 Uhr

Euro töten?

Schön wärs! Doch mit Fräulein Angela Einknick Merkel bleibt das wohl ein frommer Wunsch.

Steuerzahler

30.11.2011, 23:34 Uhr

Raus! Raus!! Raus!!!

Wir sind die letzten Vernünftigen in einem Haufen wildgewordener Irrer! Raus aus dem Euro, so schnell es geht!

BRD_raus_aus_dem_Euro

30.11.2011, 23:42 Uhr

Genau deshalb:

„Deutschland sei der größte Profiteur des Euro und kein unschuldiges Opfer der derzeitigen Schuldenkrise. Da die Bundesrepublik die wichtigste Wirtschaftmacht sei, müsse es auch den größten Beitrag zum Erhalt des Euro leisten.“
(Zitat: Polens Außenminister Sikorski)

Und wer zahlt, wieder mal derjenige deutsche Bürger, der rein gar nichts vom Teuro hatte.
Ich rufe in Erinnerung, undemokratische Abschaffung der harten Deutschen Mark, Agenda 2010, Deregulierung des Arbeitsmarktes (Leiharbeitsboom), Rentenkürzung, langjährge Lohnstagnation usw.
Mich kotzt das nur noch an.
Diejenigen die jetzt die große Eurorettung fordern, waren die Profiteure der Euroeinführung.
Die Mehrheit der Deutschen hat seitdem massiv verloren und draufgezahlt - das ist Fakt.
Und jetzt will Europa, das wir normalen Arbeitnehmer und Steuerzahler, für diese Abzocker ihren diktatorisch geschaffenen Teuro retten?!
Da bin ich mal gespannt, was hier bei uns bald im eigenen Land bald los sein wird.
Wir haben zukünftig selber genug eigene Probleme zu lösen, als uns jetzt noch als Euroretter zu versuchen.
Am Ende sind alle pleite und wie das dann ausgeht, kann man in jedem Geschichtsbuch des 20. Jahrhunderts nachlesen.






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