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30.03.2011

16:59 Uhr

Frauen in Chefetagen

EU-Kommission ist Schröders Quote zu lasch

Ministerin Schröder will der deutschen Wirtschaft bis 2013 Zeit lassen, den Anteil von Frauen in ihren Führungsetagen zu erhöhen. Der EU-Kommission geht das nicht weit genug und droht mit rechtlichen Schritten.

Merkel und Schröder im Kanzleramt: Gemeinsam für die Quote. Quelle: dpa

Merkel und Schröder im Kanzleramt: Gemeinsam für die Quote.

Brüssel/BerlinDie EU-Kommission schlägt bei der Frauenquote für die Wirtschaft eine härtere Gangart als die Bundesregierung ein. Brüssel will den Konzernen bis zum März 2012 Zeit für eine freiwillige Lösung lassen - und dann eingreifen. Das hat EU-Justizkommissarin Viviane Reding in einem Brief an Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) geschrieben. Die Ministerin erwartet dies von der deutschen Wirtschaft erst bis 2013.

"Die Europäische Kommission steht ab März 2012 bereit, erforderlichenfalls mit rechtlichen Instrumenten einzugreifen, falls sich die Lage bis dahin nicht wesentlich verbessert", schreibt Reding in dem Brief. Ein solches Rechtsinstrument - wie zum Beispiel eine Richtlinie der EU - müsste von Deutschland und allen anderen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden.

Die EU-Kommission will mehr Frauen auf Chefposten sehen. Als Ziel nennt Reding, dass der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter europäischer Unternehmen bis 2015 auf 30 Prozent und bis 2020 auf 40 Prozent steigt. Zum Vergleich: In Deutschland sind laut EU-Kommission nur 13 Prozent der Aufsichtsräte großer Dax-Unternehmen weiblich. "Der geringe Frauenanteil in Europas Vorstandsetagen hat zur Folge, dass Europa wirtschaftliches Potenzial verschenkt", kritisiert Reding in dem Schreiben. "Dies können wir uns mittelfristig nicht leisten."

Die Kommissarin fordert Ministerin Schröder auf, "in weiteren Diskussionen in Deutschland auf die genannten EU-Initiativen hinzuweisen". Die nationalen und die europäische Ebene sollten bei diesem Thema "Hand in Hand arbeiten".

Zuvor hatten die 30 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland bei einem Spitzentreffen mit der Bundesregierung erklärt, noch in diesem Jahr Ziele für eine deutliche Anhebung des Anteils von Frauen in ihren Führungsetagen vorzulegen. Auf konkrete Quoten legten sie sich aber nicht fest. Familienministerin Schröder kündigte an, der Wirtschaft zwei Jahre Zeit zu geben, um den Frauenanteil in Vorständen und Aufsichtsräten zu verdreifachen. Sollten die Konzerne bis 2013 das Ziel verfehlen, werde eine gesetzliche Regelung zur Selbstverpflichtung in Kraft treten. Das entsprechende Gesetz wolle sie schon in Kürze vorlegen. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen bekräftigte ihre Forderung nach einer verbindlichen Quote von mindestens 30 Prozent Frauen in Führungspositionen. Sie kritisierte nach dem Treffen einen mangelnden Ehrgeiz der Konzerne.

Kommentare (21)

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Schmid

30.03.2011, 17:23 Uhr

Das sehe ich schon kommen, in Firmen mit einem Anteil von 80% Männern - z.B. Technikern - ein gesetzlicher Chefanteil von 50% Frauen - Geisteswissenschaftlerinnen mit Parteibuch.

Das wird uns vorwärtsbringen!

Merbod

30.03.2011, 17:25 Uhr

Gestern standen wir vor einem Abgrund - heute machen wir einen Schritt nach vorn!

Geheimrat

30.03.2011, 17:34 Uhr

Unsere SED-Kontaminierte Kanzlerin hätte den Qutenunsinn
der EU verhindern müssen.
Das einzige was sie kann ist aussitzen oder
schnell die Fahne in den Wind drehen.
Leider weht der zu oft dann von der anderen Seite.

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