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25.12.2016

15:43 Uhr

Frauen in Indien

Leben zwischen Unterdrückung und Revolution

Vor vier Jahren überfielen und vergewaltigten sechs Inder eine 23-jährige Studentin so brutal, dass sie zwei Wochen später starb. Das Verbrechen prägt das Bild des Landes bis heute. Frauenrechtlerinnen wollen das ändern.

Die konstante Aufmerksamkeit für das Thema Frauenrechte hat gesellschaftlich und rechtlich zu einem langsamen Prozess des Umdenkens geführt. dpa

Slum in Kalkutta

Die konstante Aufmerksamkeit für das Thema Frauenrechte hat gesellschaftlich und rechtlich zu einem langsamen Prozess des Umdenkens geführt.

Neu DelhiWenn Jyoti Atwal über Frauenrechte in Indien spricht, dann redet sie schnell und viel. „Dieses Land braucht eine Revolution, und Frauen müssen sie anführen“, sagt sie dann. Oder: „Hört auf, über Kultur zu reden, sondern erlasst strengere Gesetze.“ Die streitbare Frauenrechtlerin ist Professorin für Geschichte an der Jawaharlal Nehru University in Neu Delhi und seit spätestens Ende 2012 eine bekannte Stimme in Indien, wenn es um gesellschaftlichen Wandel und um die Rolle der Frau im Land geht.

„Vor vier Jahren war eine starke Wut zu spüren, auch an der Universität“, sagt Atwal. „Jede Frau fühlte sich auf eine Weise selbst angegriffen.“ Am 16. Dezember 2012 geschah ein derart brutales Verbrechen, dass es die indischen Medien bis heute beschäftigt und das Bild des Landes bis heute prägt.

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Sechs Männer überfielen, folterten und vergewaltigten eine 23-Jährige Studentin so brutal, dass sie zwei Wochen später an ihren Verletzungen starb. Das Verbrechen geschah nicht irgendwo auf dem Land, sondern mitten in der Hauptstadt Neu Delhi, mitten im modernen, jungen und kosmopolitischen Indien.

Auch heute noch gibt es viele Dinge, die den täglichen Kampf der Frauen um Gleichberechtigung in Indien illustrieren – nicht nur auf dem Land, sondern auch in den deutlich moderneren Städten. Die konstante Aufmerksamkeit für das Thema, auch ausgelöst durch den schlimmen Vergewaltigungsfall vor vier Jahren, hat gesellschaftlich und rechtlich zu einem langsamen Prozess des Umdenkens geführt.

Bereits im März 2013, rund drei Monate nach der Tat, erließ Indien deutlich strengere Gesetze. Vergewaltigern droht inzwischen in besonders schweren Fällen die Todesstrafe. Auch wurde die zuvor sehr enge rechtliche Definition einer Vergewaltigung ausgeweitet und es wurden Gerichte geschaffen, um Vergewaltigungsfälle schneller bearbeiten zu können.

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