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19.10.2012

14:00 Uhr

Frauenquote

Noch mehr Frauen, bitte!

VonThomas Ludwig

ExklusivDie Tinte des ersten Gesetzesentwurfs für mehr Frauen in Führungspositionen ist noch nicht trocken. Doch EU-Justizkommissarin Reding will mehr - und nimmt sich nach den Aufsichtsräten jetzt die Vorstände vor.

Justizkommissarin Viviane Reding gibt sich nicht mit einer Quote zufrieden.

Justizkommissarin Viviane Reding gibt sich nicht mit einer Quote zufrieden.

BrüsselJustizkommissarin Viviane Reding will sich nicht damit zufrieden geben, eine Frauenquote allein für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen gesetzlich festzuschreiben. Auch Vorstände könnten im kommenden Jahr von einer ähnlichen Regelung erfasst werden. Das geht aus einem Strategiepapier hervor, das Reding voraussichtlich kommende Woche zusammen mit dem Gesetzesentwurf zur geplanten Quote in der EU präsentieren wird.

2013 werde die Kommission die „laufende Gesetzgebung zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Aufsichtsratsgremien börsennotierter Unternehmen um einen Vorschlag für ein Rechtsinstrument für Vorstandsgremien ergänzen“, heißt es in dem Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Dies ist umso erstaunlicher, als dass schon der Vorschlag zu den Aufsichtsräten für massiven Widerstand sorgt. So haben neun Mitgliedstaaten der EU vehement gegen eine Quotenregelung für Aufsichtsräte opponiert und in der Vergangenheit mit der Blockade des gesamten Projekts gedroht. Die Mitgliedstaaten müssen den Plänen mehrheitlich zustimmen, Einstimmigkeit ist nicht notwendig.

Vor allem Großbritannien versucht, die Skeptiker zu einer Phalanx zu schmieden. Neben den Briten sind dabei: Estland, Litauen, Lettland, Bulgarien, Tschechien, Ungarn, Malta und die Niederlande. Als „Aufstand der Zwerge“ bezeichnen Anhänger der Frauenquote den Widerstand. In elf Ländern der EU gibt es bereits Frauenquoten.

Auch innerhalb des Kollegiums der Kommissare ist Redings Vorhaben nicht unumstritten. Während die Kommissare für Arbeit, Währung, Industrie und Binnenmarkt die Luxemburgerin unterstützen, haben vor allem die Amtskolleginnen aus Dänemark und Schweden, Connie Hedegaard und Cecilia Malmström sowie die EU-Chefdiplomatin, die Britin Catherine Ashton, Bedenken. Und auch der deutsche Kommissar Günther Oettinger habe Vorbehalte, heißt es in der Kommission, er werde aber wohl nicht gegen die Pläne Redings votieren.

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Kommentare (57)

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Stargazer2000

19.10.2012, 14:19 Uhr

In der sozialistischen Planwirtschaft hat man auch alles reglementiert und den Markt mit Planzahlen und Quoten gesteuert. Die erzielten Ergebnisse bzw. die Folge der Planwirtschaft waren (und sind) in den betroffenen Ländern nicht zu übersehen.
Die EU-Bürokratie reißt immer mehr Befugnisse an sich und zwar nicht nur nationalstaatliche, sondern auch privatwirtschaftliche. Wollen wir Bürger (egal in welchem Land) so eine allumfassende Bevormundung und Gängelung und wohin steuern wir mit dieser Zentralregierung in Brüssel?

AxelSiegler

19.10.2012, 14:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

19.10.2012, 14:41 Uhr

Hinter jeder Ecke Sozialismus zu vermuten ist aber so was von paranoid.

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