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10.06.2016

14:31 Uhr

Frauke Petry und HC Strache

Neuer AfD-Zank wegen Treffen mit FPÖ-Chef

Frauke Petry trifft am Freitag den Spitzenmann der österreichischen FPÖ. Gemeinsam wollen sie die eurokritischen Rechtspopulisten in Europa stärker vernetzen. In der eigenen Partei sorgt das allerdings für Zoff.

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache trinken ein Bier. dpa

Gipfeltreffen auf der Zugspitze

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry und der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache trinken ein Bier.

BerlinDie AfD-Vorsitzende Frauke Petry eckt im Vorstand ihrer Partei an. Wenige Stunden vor ihrem Treffen mit dem FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache am Freitag auf der Zugspitze kursierte nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Samstag) in der Parteiführung ein Schreiben, in dem Petry wegen angeblicher Alleingänge kritisiert wird. In dem Papier der Vorstandsmitglieder Georg Pazderski und Alice Weidel heißt es demnach, mit dem Vorstand nicht abgestimmte „Einzelaktionen, die Eigenprofilierung Einzelner zu Lasten des Bundesvorstandes und mangelnde Koordination und Information müssen unterbunden und abgestellt werden“.

Auch der Vizevorsitzende Alexander Gauland kam nicht ungeschoren davon. Laut „Bild“ schrieben die Vorstandsmitglieder mit Blick auf seine umstrittene Äußerung zum Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng, die AfD solle nicht mit unnützen Provokationen und verfehlten Sprachbildern auffallen. Vielmehr solle man sich auf die Ursprünge der Partei besinnen. Dazu zählten die Kritik an „Fehlentwicklungen in der EU sowie die Absage an den Euro“.

AfD-Programm: Das fordert die Partei

Mindestlohn

Die AfD ist für den gesetzlichen Mindestlohn. Damit liegt sie auf einer Linie mit SPD, Grünen, der Linkspartei und Teilen der Union.

Erbschaftssteuer

Geht es nach der AfD soll die Erbschaftssteuer abgeschafft werden. Dafür setzt sich aktuell auch die FDP ein.

Bundespräsident

Die AfD möchte, dass der Bundespräsident künftig direkt vom Volk gewählt wird. Dieser Vorschlag kam 2009 auch vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Zustimmung erhielt er dafür nur aus der FDP.

Volksentscheid

Die AfD will mehr direkte Demokratie durch Volksentscheide. Auch die SPD, die Linke und die Grünen wollen, dass die Hürden für Volksentscheide abgesenkt werden. Ihre Vorschläge gehen aber nicht so weit wie die Ideen der AfD.

Familie

Die traditionelle Familie gilt der AfD als Keimzelle der Gesellschaft. Das Loblied auf die traditionelle Vater-Mutter-Kind-Familie taucht in dieser Form auch im Parteiprogramm der CSU auf. 

Freihandelsabkommen

Die AfD lehnt die Freihandelskommen TTIP und CETA ab. Auch die Linke und die Grünen sind dagegen.

Petry hatte sich für Freitag mit dem Spitzenmann der österreichischen FPÖ auf der Zugspitze verabredet, um ihr Ziel einer stärkeren Vernetzung eurokritischer Rechtspopulisten in Europa voranzutreiben. Im Vorstand ihrer Partei ist Petry zwar umstritten. Unter den AfD-Mitgliedern hat sie jedoch immer noch viele Anhänger.

Gauland hatte vor knapp zwei Wochen mit einer Äußerung zu Boateng einen Sturm der Empörung ausgelöst. „Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben“, war er zitiert worden.Berlin

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dpa

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