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19.11.2013

14:50 Uhr

Freihandelsabkommen

Japan und EU wollen sich bald einigen

Fast eine halbe Million neue Arbeitsplätze erhoffen sich die Europäer von einem Freihandels-Pakt mit Japan. Dazu soll Japan seine Märkte öffnen. Beim Gipfeltreffen Tokio wurden auch Klimaveränderungen angesprochen.

Der europäische Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso (r) und der Präsident des europäischen Rats Herman Van Rompuy (l) treffen sich in Tokio mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe. dpa

Der europäische Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso (r) und der Präsident des europäischen Rats Herman Van Rompuy (l) treffen sich in Tokio mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe.

TokioDie Europäische Union und Japan streben einen möglichst baldigen Abschluss ihrer Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen an. Darauf einigten sich beide Seiten am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Tokio. Man wolle sich gegenseitig zügig Angebote zur Marktöffnung bei Gütern, Dienstleistungen und Beschaffungen unterbreiten sowie das Problem von Handelsbarrieren angehen, um die Verhandlungen voranzubringen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. Die EU begrüße zudem Japans Bemühungen, „proaktiver“ zum Frieden und Sicherheit in der Welt beizutragen, hieß es weiter.

Die EU war im vergangenen Jahr weiterhin Japans drittgrößter Handelspartner nach China und den USA mit einem Anteil von neun Prozent am gesamten Außenhandel. Die Importe aus der EU beliefen sich auf 64 Milliarden Euro, wobei die EU ein Handelsdefizit mit Japan hat, das sich im vergangenen Jahr auf acht Milliarden Euro belief. Die EU erhofft sich von verstärkten Ausfuhren nach Japan die Schaffung von rund 420 000 neuen Arbeitsplätzen in Europa.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Beim Gipfeltreffen in Tokio verständigten sich beide Seiten auch auf die Notwendigkeit einer deutlichen Senkung der Treibhausgase. Japan hat gerade erst sein Klimaziel deutlich reduziert und dies mit der momentanen Abschaltung sämtlicher Atomkraftwerke in Folge der Katastrophe in Fukushima begründet. Ferner beschlossen beide Seiten einen Dialog zur Stärkung der Kooperation im Weltraumbereich.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Mazi

19.11.2013, 15:20 Uhr

"Beim Gipfeltreffen Tokio wurden auch Klimaveränderungen angesprochen. "

Waren die Herrschaften tatsächlich in Japan oder war es ein Freizeitpark hier um die Ecke.

Wer sich mit der Materie etwas beschäftigt, der weiss, dass Japan derzeit andere Probleme als den Klimawandel hat.

M.E.:
50 : 50, dass die tatsächlich in einem Freizeitpark waren.

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